Antebellum | Film Kritik | 2020

Antebellum | Film Kritik  | 2020

Regie: Gerard Bush, Christopher Renz

Seit Oktober 2020 auf VoD

Länge: ca. 106 Minuten | FSK: ab 16 Jahren


Story:

Eine afroamerikanische Autorin (Janelle Monae), deren Leben aus den Fugen gerät, als sich ihre Wahrnehmung verändert und sie sich gefangen in einer anderen, lange zurückliegenden Realität wiederfindet.


Antebellum Film Kritik
©Lionsgate / Tobis Film

Film Kritik:

von Nicola Scholz

Veronica, wie sie einmal hieß, ist in einer schrecklichen Parallelwelt gefangen. Eine Welt in der sie, als schwarze Frau, unterdrückt und als Sklavin gehalten wird.

Doch nachdem ein erster Fluchtversuch misslang will sie nun erst einmal mitspielen und die Füße still halten. Denn eigentlich ist sie Bestseller Autorin und wird oft in Talkshows eingeladen. Sie hat einen Mann und eine Tochter und zwei beste Freundinnen, bis zu dem Tag wo ihre ganze Welt auf den Kopf gestellt wird. Als dann ein neues Mädchen auf die Farm kommt und um ihre Hilfe bittet, muss Veronica sich entscheiden. Denn das Spiel ist bitterer Ernst und die Männer welche sie erniedrigen, würden sie niemals gehen lassen.

Veronica beginnt einen Ausweg aus der Welt, in der sie sich befindet, zu suchen um am Ende nicht nur ihres sondern vor allem das Leben anderer zu retten.


Anetbellum
©Lionsgate / Tobis Film

Alleine den Film zusammenzufassen birgt die Gefahr zu viel zu verraten

Der Film ist so genial aufgezogen, das man zunächst nicht vermutet was sich hinter dem Geheimnis verbirgt.

Auch der Trailer sagt recht wenig aus über das aus, was hinter den „Kulissen“ getrieben wird.

Seine Recht ruhige Erzählart wird nur gebrochen von der Musik und der spannungsgeladenen Stimmung, welche einen ebenso im unklaren darüber lässt, was noch passieren wird.



Ein genialer erster Twist macht Neugierig

Parallelen zu “12 Years a Slave” oder anderen starken Dramen über die Zeit der Sklaverei kommen einem zunächst in den Sinn. Dabei gibt es auch schon zu Beginn die ein oder andere Szene die vermuten lässt das dieser Film noch anderes vorhat.

Der erste Twist ist so genial gestreut und so gut platziert das man sich den restlichen Film über fragt, welche Richtung dieser nun nehmen wird. “Antebellum”, übersetzt übrigens “vor dem Krieg”, ist eine moderne Version von “Harriet” oder dem schon genannten Filmen die in diesem Genre spielen.

Es ist fast eine Antwort darauf. Wir leben zwar im 21. Jahrhundert und dennoch verhalten sich immer wieder viele Menschen so, als wäre seit der Zeit der Sklaverei keine Zeit vergangen.


Antebellum

Gelungener Spagat zwischen Drama und Thriller Genre, mit einer Prise Horror ala Blumhouse

Alleine die Bewegung “Black Lives Matter” die erst 2020 entstanden ist, zeigt wie wichtig und aktuell dieses Thema noch ist. “Antebellum” überspitzt das ganze zwar stark, bringt aber seine Meinung stark platziert, in einem visuell sehr gelungenen Werk und extrem spannendes Szenario zur Geltung.

Für  Thriller Fans aber eben auch für das Drama Genre ist dieser Film ein gelungener Spagat aus beidem, der durchaus auch mit dem ein oder anderen Horrorelement zu spielen weiß. Wieder ein Film der an die Produktionsfirma Blumhouse denken lässt und an den Film “The Hunt”.

Einfach ein gut geschachtelter Film der nicht nur recht unbekannten Gesichtern eine Bühne gibt, sondern auch unbekannten Regisseuren die Freiheit welche sie brauchen um ihre Ideen in die Tat umzusetzen.


Antebellum
©Lionsgate

Dadurch entstehen Filme die man so noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Und alleine die Vorstellung, das es so etwas wie diese Parallelwelt, geben könnte, bringt einem zum Nachdenken.

Grandios gespielt von Janelle Monaé, welche man tatsächlich aus „Harriet“ kennt und welche hier so stark die zwei verschiedenen Personen verkörpert in der ein und der anderen Welt, das sie dazu beiträgt, das Trugbild der Parallelwelt aufrecht zu erhalten bis dem Zuschauer die Auflösung gewährt wird.

Ein ganz starker Plot, der vielleicht hier und da etwas langatmig wirken mag, aber der durch die Stimmung die er erzeugt einen durchgehend in seinen Bann schlägt.



Fazit: Ein Film der wahrscheinlich zu viel Diskussion führt und geführt hat, aber am Ende ein wichtiges Statement bringt dem man sich nicht entziehen kann. Zeitgleich beweist er das Unterhaltungskino niemals nur plattes Popcorn Kino sein muss, sondern immer die Freiheit hat mehr zu sein als eben nur Unterhaltungskino.

Wertung: 8 / 10



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