Black Panther: Wakanda Forever hebt sich von der etwas formelhaften Ära der Marvel-Filme ab

Black Panther: Wakanda Forever hebt sich von der etwas formelhaften Ära der Marvel-Filme ab

Genre: Action / Abenteuer | Produktion: USA 2022 | Laufzeit: ca. 161 Minuten | Regie: Ryan Coogler

Mit: Angela Basset, Letitia Wright, Tenoch Huerta, Martin Freeman, Michaela Coel, Lupita Nyong’o, Danai Gurira, Winston Duke u.a


Inhalt: Nach dem Tod von König T’Challa kämpfen Shuri (Letitia Wright) und Königin Ramonda (Angela Bassett) darum, nach vorne zu schauen. Gleichzeitig löst das entstandene politische Vakuum einen internationalen Goldrausch um die Ressourcen in Wakanda aus – was zu einem Konflikt mit Namor (Tenoch Huerta) und der Unterwasserwelt von Talokan führt.

© Marvel Studios

Bei allem Blockbuster-Bombast und weltumspannenden Konflikten ist Black Panther: Wakanda Forever in gewisser Hinsicht lediglich um eine einzelne Person herum aufgebaut: Chadwick Boseman. Der Verlust des Black-Panther-Stars, der im Jahr 2020 auf tragische Weise ums Leben kam, wird nicht nur als ein Logistikproblem betrachtet, das das Franchise lösen muss.

Es steckt ein echter Schmerz hinter diesem Film. Indem sie Bosemans Tod thematisieren, lassen Regisseur und Co-Autor Ryan Coogler und Co-Autor Joe Robert Cole auf bewegende und geschmackvolle Weise die Grenzen zwischen dem Realen und dem Fiktiven verschwimmen.

Der Verlust – von Boseman im wirklichen Leben und von T’Challa im Film – wird zum allgegenwärtigen Thema. Die Stadien der Trauer bilden den roten Faden des Films:  T’Challas Schwester Shuri (Letitia Wright), wütend und rachsüchtig, sucht Zuflucht in der Technologie, während ihre Mutter Ramonda (Angela Bassett), am Boden zerstört, aber bei klarem Verstand, diese in der Spiritualität findet.

(L-R): Alex Livinalli als Attuma und Mabel Cadena als Namora in Marvel Studios‘ Black Panther: Wakanda Forever. Photo courtesy of Marvel Studios. © 2022 MARVEL.

Wakanda Forever bietet eine geerdete Geschichte

Es ist, als wären die beiden Elemente des afrofuturistischen Settings in zwei Hälften geteilt worden. Sie alle kämpfen darum, ihre Leben weiterzuführen. Der Tod, so erinnern uns die Figuren, ist noch lange nicht das Ende. Die tragischen Umstände führen zu einer stärkeren Fokussierung auf die ehemaligen Nebendarsteller, aber die Verlagerung fühlt sich natürlich an, und es gibt durchweg überzeugende, interessante Schauspielleistungen.

Insbesondere Letitia Wright – die nun in eine Hauptrolle schlüpft – findet für Shuri eine überzeugend sprunghafte Darstellung, mit der sie sich ins Rampenlicht drängt. Auch Winston Duke macht mit seinem Gepolter nach wie vor Freude. Auch Angela Bassett ist souverän und herzzerreißend, während Neulinge wie Michaela Coel (als Dora Milaje-Kriegerin Aneka) sich einfügen, als wären sie schon immer dabei gewesen.

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Namor ( von Tenoch Huerta mit magnetischer Präsenz gespielt) ist ein einzigartiger Antagonist. Er ist ein Highlight, eine fantasievolle Adaption der altgedienten Comic-Figur, die hier mit glaubhaftem Zorn die Dinge beim Namen nennt. Coogler verknüpft ihn mit der Meso-Amerikanischen Geschichte und dem spanischen Kolonialismus, und man hat – wie bei Wakanda – das Gefühl, dass es eine realitätsbezogene, greifbare Geschichte gibt.

Sowohl in Wakanda als auch in Talokan gibt es wunderbare Kostüme und Produktionsdesigns von Hannah Beachler bzw. Ruth Carter sowie prächtige Aufnahmen von Kameramann Autumn Durald, der für Präzision und Klarheit in der Handlung sorgt.

Tenoch Huerta ist ein magnetischer Antagonist

Tenoch Huerta Mejía als Namor in Marvel Studios' BLACK PANTHER: WAKANDA FOREVER
Tenoch Huerta Mejía als Namor in Marvel Studios‘ BLACK PANTHER: WAKANDA FOREVER. Photo by Eli Adé. © 2022 MARVEL.

Namors Herkunft bringt auch einige aufregende Neuerungen mit sich: von den Flügeln an seinen Knöcheln bis hin zu den Wassereffekten, die anstelle der üblichen Feuerkugeln zum Einsatz kommen, dem Einsatz eines hypnotischen Sirenengesangs und den Orcas und Walen, die als Kampf- und Transportmaschinen eingesetzt werden.

Im Großen und Ganzen ist „Wakanda Forever“ fantasievoll und fühlt sich geerdet an. Deshalb ist die Hinwendung zum üblichen CG-dominierten Spektakel ein wenig störend.

Gleichzeitig kann sich der Film aber auch übermäßig hektisch anfühlen. Cooglers Drehbuch ist manchmal überfordert, alles unterzubringen, von den Folgen von T’Challas Tod über die geopolitischen Turbulenzen zwischen Wakanda und Talokan bis hin zum üblichen Ballast des erweiterten Universums.

All das mündet in einen chaotischen letzten Akt, der sich nicht mit dem Rest des Films vereinbaren lässt.

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Aber Wakanda Forever endet schließlich mit einer ergreifenden Note. Sowohl das Ableben von T’Challa als auch das von Boseman sind Momente, die den Film zu einem bewegenden, überraschend persönlichen Ganzen machen. Selbst in seiner Abwesenheit hält Boseman den Film noch zusammen.

Fazit: Black Panther: Wakanda Forever hebt sich von der etwas formelhaften Ära der Marvel-Filme ab. Er wird durch sein Gespür für den jeweiligen Lebensraum zusammengehalten und ist gleichzeitig eine emotionale Würdigung für Chadwick Boseman.

Film Bewertung 7,5 / 10

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