Doctor Strange In The Multiverse Of Madness ist wild, makaber und ein wenig albern

Doctor Strange In The Multiverse Of Madness ist wild, makaber und ein wenig albern

Genre: Action / Abenteuer | Produktion: USA 2021 | Laufzeit: ca. 126 Minuten | Regie: Sam Raimi |

Mit: Benedict Cumberbatch, Xochitl Gomez, Elizabeth Olsen u.a


Inhalt: Nachdem Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) auf ein Mädchen (Xochitl Gomez) trifft, welches die Macht besitzt, das Multiversum zu durchqueren, wendet er sich an Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen). Er bittet sie um Rat und Hilfe im Kampf gegen das monströse und mysteriöse Wesen, das dem Mädchen auf den Fersen ist. Doch Wanda hat ihre eigene Agenda – eine, die alles in Gefahr bringt…

Ist es an der Zeit, dass das Marvel Cinematic Universe damit beginnt, jedem seiner Filme einen Prolog mit dem Titel „Zuvor im MCU“ voranzustellen?

Man kann sich leicht vorstellen, wie verwirrend Doctor Strange In The Multiverse of Madness für einen Zuschauer sein muss, der sich nicht durch die jüngsten, relevanten Marvel-Abenteuer wie Spider-Man: No Way Home, WandaVision und What If…?, gekämpft hat. Und natürlich auch Scott Derricksons ersten Doctor Strange, der bereits 2016 veröffentlicht wurde.

Auch wenn sich der neue Superheldenfilm auf fast schon verwirrende Weise in die zuvor gesponnenen Handlungsstränge einfügt, ist es doch schön zu sehen, dass es auch ein Sam Raimi-Film ist.

Doctor Strange im dritten Live-Action-Film von Spider-Man auf.
Doctor Strange im dritten Live-Action-Film von Spider-Man auf. ©Marvel / Disney Pictures Company

Es ist ein Genuss, Sam Raimi wieder in Aktion zu sehen

Raimi war nicht die erste Wahl für die Regie der Fortsetzung. Er übernahm sie, nachdem sich Derrickson und Marvel freundschaftlich getrennt hatten. Aber man ließ ihm die Freiheit, seinen eigenen Weg zu gehen, offenbar sogar noch mehr als bei seinen ersten Spider-Man-Filmen.

Während unser Zauberer-Held von einer verrückten Begegnung in die nächste gerät, wirbelt Raimis Kamera mit CGI-verstärkter, aber dennoch irgendwie altmodischer Hingabe herum.

Vor allem für Evil-Dead-Fans gibt es Jump-Scares und Gruseleffekte, ganz zu schweigen von einem teuflischen Buch (dem Darkhold, nicht dem Necronomicon) und einem Cameo-Auftritt, auf den man sich freuen darf. Es ist ein Genuss, Sam Raimi wieder in Aktion zu sehen.

Karl Mordo im neuen Doctor Strange Film
©Marvel / Disney Pictures Company

Die Action wird durch Kreativität befeuert

„Action“ ist hier das Schlüsselwort. Der Film beginnt inmitten einer spektakulären Schlacht aus einem anderen Universum, in der sich ein anderer Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) und seine durch die Dimensionen stolpernde Begleiterin America Chavez (Xochitl Gomez) mit einem Dämon aus Lava und bandagiertem Gewebe herumschlagen.

Nur wenige Minuten später gibt es einen weiteren Monsterfight, und zwar in den Straßen von New York. Danach kommt es zu einem epischen Showdown in der Zauberer-Hochburg Kamar-Taj, der so spektakulär ist wie das Finale eines jeden anderen Films. Im Anschluss nimmt der Film für die nächsten 80 Minuten nicht wirklich Tempo raus.

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Es ist beinahe anstrengend, aber es gibt genug Kreativität, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers aufrechtzuerhalten. Bei einem magischen Duell beispielsweise benutzt Strange die Noten von Klavierblättern als Waffe und schleudert sie wie leuchtende Wurfsterne, was dem ganzen Konflikt eine faszinierend skurrile Note verleiht.

Es gibt auch jede Menge Überraschungen, darunter eine Reihe von Gastauftritten, die man einfach gesehen haben muss, um sie zu glauben. Außerdem gibt es jede Menge Opfer zu beklagen.

Rachel McAdams, Benedict Cumberbatch und Xochitl Gomez im neuen Abenteuer von Doctor Strange
(L-R) Rachel McAdams, Benedict Cumberbatch und Xochitl Gomez in Doctor Strange in the Multiverse of Madness
©Marvel / Disney Pictures Company

Es ist wild, makaber und ein wenig albern

Das alles wird zum Glück von einer erneut herausragenden Leistung von Cumberbatch als Marvels arroganter Superheld mit makelloser Gesichtsbehaarung getragen, der immer noch mit seiner Entscheidung hadert, dass er Thanos‘ Schnappatmung in Infinity War ermöglicht hat und die Frau, die er liebte (Rachel McAdams‘ Christine), verloren hat.

In der Zwischenzeit erkundet Elizabeth Olsen eine beängstigende neue Seite von Wanda mit tragisch aufgeladenem Enthusiasmus. Und Neuzugang Gomez bringt viel Wärme und Gefühl in eine Figur, die andernfalls vielleicht zu einem wandelnden MacGuffin geworden wäre.

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The Multiverse Of Madness ist laut, hektisch und manchmal etwas chaotisch, aber niemals minder unterhaltsam. Die treuen MCU-Fans werden sich über die zahlreichen Anspielungen freuen. Raimi-Fans werden sich an der Verrücktheit von Raimi erfreuen, und wir vermuten, dass selbst die verwirrten, unwissenden Zuschauer zumindest die Tatsache begrüßen werden, dass der Film seinem Titel zu 100 Prozent gerecht wird.

Fazit: Doctor Strange In The Multiverse Of Madness ist wild, makaber und albern – aber nicht albern genug. Marvels bislang verrücktester Film ist sowohl ein gelungenes Comeback für Regisseur Sam Raimi als auch eine Mega-Budget-Übung in Sachen universeller Herausforderungen.

Film Bewertung 7 / 10

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