Film Kritik "Boss Baby - Schluss mit Kindergarten": Die Fortsetzung ist ein Strudel des Wahnsinns

Film Kritik "Boss Baby - Schluss mit Kindergarten": Die Fortsetzung ist ein Strudel des Wahnsinns

Deutsche Stimmen: Saliha „Sally“ Özcan, Samira Özcan | Originalstimmen: Alec Baldwin, Jeff Goldblum, Ariana Greenblatt, Jimmy Kimmel, Lisa Kudrow, Eva Longoria, James Marsden, Amy Sedaris | Regie: Tom McGrath | Produzenten: Jeff Hermann | Seit 14. Oktober 2021 im Kino


Inhalt: Das Boss Baby und sein Bruder sind inzwischen erwachsen und haben sich auseinandergelebt. Doch als die Baby Corp mit einer neuen Bedrohung zu kämpfen hat, muss der beste Agent, den sie je hatten, den Anzug gegen die Windeln eintauschen. Die neue Mission für das Boss Baby lautet innerhalb von 48 Stunden die Welt zu retten! An seiner Seite: Baby Corps neue Top-Agentin und sie ist keine Unbekannte …

Aus dem Boss Baby, das sein Bruder Tim Templeton damals unbedingt loswerden wollte, ist inzwischen Onkel Ted geworden. Er kann sich zwar nicht mehr an seine Zeit bei Baby Corp erinnern, trägt aber immer noch einen Anzug und ist dick im Geschäft. Zeit für seine zwei Nichten hat er kaum, denn ein Meeting jagt das nächste, aber dafür schickt er immer teure Geschenke. Es sieht fast so aus, als wäre mit dem Erwachsenendasein Teds Kindheitswunsch wahr geworden.

© Universal Pictures Germany

Der erste Teil von Boss Baby, der 2017 erschien, hat eine ebenso verrückte wie irritierende Prämisse: Ein Siebenjähriger namens Tim erfährt, dass sein neuer kleiner Bruder ein Mini-Manager ist, der bei Baby Corp arbeitet, wo Babies hergestellt werden !? Und die Babys sind besorgt, dass die Welpen zu süß sind und sie deshalb aussterben werden?!

Man könnte die bizarre Handlung wohlwollend als die Fantasie eines Jungen deuten, der Angst hat, die Zuneigung seiner Eltern zu verlieren. Die Fortsetzung bietet keine solche Deutung. Die Handlung ist ein einziger Strudel des Wahnsinns.

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Jahre später ist Tim (James Marsden) Vater geworden – ein unzufriedener Vater, der sich zurückgewiesen fühlt, sobald seine älteste Tochter, Tabitha (Ariana Greenblatt), Hausaufgaben macht. Der Kontakt zu seinem jüngeren Bruder Ted (Alec Baldwin), der immer noch der Chef ist, aber kein Baby mehr, ist abgebrochen.

Tims jüngste Tochter Tina (Amy Sedaris) enthüllt, dass sie eine Angestellte der Baby Corp. ist und die Hilfe ihrer Familie braucht, um ein Komplott des mysteriösen Dr. Erwin Armstrong (Jeff Goldblum) zu vereiteln. Dieser leitet die Schule, die Tabitha besucht. Für die Mission müssen sich Tim und Ted in Kinder zurückverwandeln.

Boss Baby: Schluss mit Kindergarten
(Boss Baby/Ted Templeton (Alec Baldwin) und der junge Tim Templeton (James Marsden) inBoss Baby: Schluss mit Kindergarten von Tom McGrath. © 2020 DreamWorks Animation LLC. All Rights Reserved.

Der Film ist ein einziges, großes „Warum?“

Bei fast jeder Entwicklung der Handlung stellt sich die Frage: Warum? Warum gibt es eine geheime Babygesellschaft? Warum befindet sie sich in den Wolken? Warum hat Armstrong eine ganze Schule gegründet, wenn sein Plan nur eine Internetverbindung erfordert? Warum darf Tina nichts anderes tun, als die Jungs zu den gefährlichen Aufgaben zu schicken. Und ist das eine gute Botschaft? Warum ist Tims Wecker gefühlsbetont? Und warum gibt es Ninja-Babys?

Auf diese Fragen gibt es keine Antworten. Es gibt kein Problem mit Surrealität, besonders in einem Kinderfilm – siehe The Lego Movie. Aber Regisseur Tom McGrath baut keine interne Logik auf, um seine Geschichte zusammenzuhalten und liefrt keine guten Gags, um von der Verwirrung abzulenken.

Er erklärt wenig und lässt Ideen rücksichtslos fallen. Themen wie Überfürsorglichkeit, zu viel Arbeit und fehlendes Glück durch Geld laufen ins Leere. Die einzigen positiven Aspekte sind die ansprechende Animation und die Anwesenheit von Jeff Goldblum. Nichts ist gänzlich unansehnlich, wenn Jeff Goldblum darin vorkommt. Doch es ist sehr nah dran.

Fazit: „Boss Baby 2“ verkompliziert den ohnehin schon unverständlichen Stoff des ersten Films noch zusätzlich. Er ist zwar nett anzusehen, aber unlustig, uninteressant und nicht ganz einleuchtend. Möge er schon bald erwachsen werden.

Wertung. 4 / 10


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