Film Kritik | Die neue Mortal Kombat Verfilmung holt einen knappen Punktsieg

Film Kritik | Die neue Mortal Kombat Verfilmung holt einen knappen Punktsieg

Erscheinungsdatum: 13. Mai 2021 bei Amazon Prime (Deutschland)

Regie: Simon McQuoid | Besetzung: Jessica McNamee, Lewis Tan, Joe Taslim u.a 


Story: Der abgewrackte MMA-Kämpfer Cole Young (Lewis Tan) wird auserwählt, für die Erde gegen böse Möchtegern-Eroberer aus anderen Welten in Mortal Kombat zu kämpfen, einem Turnier, das nur einmal in einer Generation stattfindet. 

Doch zunächst müssen Young und der Rest der besten Krieger der Erde die Angriffe des Zauberers Shang Tsung (Chin Han) aus der Außenwelt und seiner Schergen abwehren, darunter auch der bösartige Kryomancer Sub-Zero (Joe Taslim).

© Warner Bros. Entertainment


Film Kritik:
von Ilija Glavas 

„Blutige Fatalities reichen nicht“

Eine Videospielserie, die so ikonisch ist wie Mortal Kombat, verdient einen großartigen Film. In den 90er Jahren gab es zwei Filme, die eher ultrakitschig als ultragewalttätig waren. Auch wenn es nicht ausreicht, um den Fluch der Videospielverfilmung endgültig zu beenden, ist das Update 2021 von Regisseur Simon McQuoid ein Schritt in die richtige Richtung, indem es die wilde Natur von Mortal Kombat aufgreift.

Es hilft, dass Mortal Kombat 2021 zuerst mit dem starken Fuß den Boden berührt. McQuoid eröffnet den Film klugerweise im 17. Jahrhundert, um zu erklären, warum Hanzo Hasashi, alias Scorpion (Hiroyuki Sanada), auf Rache gegen Bi-Han, alias Sub-Zero (Joe Taslim), aus ist. Diese Sequenz ( die ersten sieben Minuten sind bereits online zu sehen ) ist gleichzeitig voller Poesie und Wut und hat mehr emotionales Gewicht als jeder andere Plot Punkt im Film.

In der anschließenden einfachen, aber für Laien zugänglichen Gegenwartshandlung wird Cole Young (Lewis Tan) von den Erdreich-Kämpfern Jax (Mehcad Brooks) und Sonya Blade (Jessica McNamee) für das bevorstehende Mortal Kombat-Turnier rekrutiert. 

(L-r) LUDI LIN als Liu Kang and MAX HUANG als Kung Lao in Mortal Kombat
FOTO-CREDIT: Mark Rogers

Das Turnier wegzulassen, war ein gewagter Schachzug

Dass wir hier nicht wirklich zum Turnier kommen, ist ein gewagter Schachzug, aber McQuoid vergisst nie, dass die Kämpfe die Hauptattraktion des Films sind. Obwohl der Film manchmal unter einem Schnitt-Gewitter leidet, ist die ausschweifende Action meist zufriedenstellend, unterstützt durch die Tatsache, dass alle Schauspieler den Großteil ihrer Stunts selbst ausführen.

Fans des Franchise werden sich freuen, dass der Film auch sein amerikanisches R-Rating verdient hat – wenn die „Fatalities“ kommen, sind sie brutal und blutig. Eine weitere mutige Entscheidung, die sich nicht annähernd so gut auszahlt, ist die, Tan – einen charismatischen Schauspieler in seiner ersten Hauptrolle – einen völlig neuen Charakter spielen zu lassen, anstatt den Fan-Liebling Johnny Cage, einen eingebildeten, humorvollen Hollywood-Filmstar. 

Zumindest hätte Cage einen von Natur aus lustigeren Protagonisten abgegeben als Tans Young, der mit einer faden Auserwählten-Geschichte behaftet ist, die wir schon so oft gesehen haben. Dennoch ist es einfach schön, Tan, Sanada und andere asiatische Schauspieler in einem amerikanischen Film zu sehen, in dem die Herkunft nichts mit der Geschichte zu tun hat.

JOE TASLIM als Sub-Zero/Bi-Han in Mortal Kombat
FOTO-CREDIT: Courtesy New Line Cinema & Warner Bros. Pictures

Mit einer Laufzeit von weniger als zwei Stunden gibt es zu viele Charaktere und nicht genug Zeit, um sie auszufüllen, aber die Darsteller tun ihr Bestes, um Persönlichkeit zu zeigen, wo sie können. Taslim ist besonders effektiv darin, Sub-Zero eine stille Bedrohung zu verleihen, während Josh Lawson als fieser Söldner Kano angenehm bissig ist.

Die clevere, energiegeladene Filmmusik von Benjamin Wallfisch, die uns einen der besten musikalischen Momente des Jahres beschert, indem sie auf den perfekten Zeitpunkt wartet, um die ikonischen ersten Töne von „Techno Syndrome“ loszulassen, spricht Bände über den Respekt, den Mortal Kombat 2021 seinem Publikum entgegenbringt.


Fazit: Nun, da der Grundstein gelegt ist, hoffen wir, dass eine größere und bessere zweite Runde folgen wird. Es ist kein klarer Knock Out Sieg, aber dennoch ein solider Punkt-Gewinn als filmische Erzählung. Der Auftakt war großartig in Szene gesetzt und liefert eine intensiven Einstieg – ohne viel Dialog.

Im weiteren Verlauf des Films, gibt es zu viele Erklärungsversuche, die ohnehin nicht allzu viel Sinn machen. Zukünftige Nachfolger würden gut beraten sein, uns ein echtes Mortal Kombat-Turnier zu bieten.  Wertung: 5 / 10 

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