Film Kritik: "Encanto" ist ein zauberhaftes und modernes Märchen

Film Kritik: "Encanto" ist ein zauberhaftes und modernes Märchen

Regie: Byron Howard und Jared Bush | Produktion: Clark Spencer und Yvette Merino | Kinostart: 24. November 2021

Inhalt: Die Madrigals sind eine ungewöhnliche Familie, die tief versteckt in den Bergen Kolumbiens an einem wundersamen, verzauberten Ort namens „Encanto“ leben. Die Magie des „Encanto“ hat jedes Kind der Familie mit einer einzigartigen Gabe gesegnet, von Superkräften bis hin zur Kraft des Heilens – jedes Kind hat eine besondere Fähigkeit.

Jedes Kind außer Mirabel. Doch als sie herausfindet, dass ihr geliebtes Encanto in Gefahr ist, wird Mirabel bewusst, dass sie allein die letzte Hoffnung für ihre außergewöhnliche Familie und ihr wunderbares Zuhause sein könnte…

© The Walt Disney Studios

Die Disney-Schlösser reichen bis zu Schneewittchen und die sieben Zwerge zurück – aber eines wie La Casa Madrigal in Encanto gab es noch nie.

Im 60. Animationsfilm der Walt Disney Animation Studios (die tatsächliche Numerierung ist weitaus komplexer) arbeiten die Zootropolis-Regisseure Jared Bush und Byron Howard und mit Co-Regisseurin Charise Castro Smith zusammen. Gemeinsam mit dem Moana-Songwriter Lin-Manuel Miranda entfachen sie ein Feuerwerk an Farben, Energie und südamerikanischen Rhythmen, die das Madrigal-Haus durchfluten.

Diese wunderschöne, phantasievolle Kulisse (Treppen, die sich in Rutschen und TARDIS-ähnliche Räume verwandeln) ist die Grundlage für eine persönliche Familiengeschichte, die die ausladenden Fantasy-Königreiche von „Frozen“ und „Raya und der letzte Drache“ zugunsten eines intimeren Abenteuers, das sich nie klein anfühlt, überflüssig macht.

Familie Madrigal in Encanto
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Mysterium statt Abenteuererzählung

Mirabel Madrigal (eine temperamentvolle Stephanie Beatriz) ist der jüngste Neuzugang der Disney-Heldinnen. Sie reiht sich nahtlos in die Liste von Moana, Anna und Raya ein: süß, ein wenig verbittert und bereit, ihrem Schicksal nachzujagen. Doch Mirabels Bestimmung ist unklar.

Alle anderen Mitglieder ihrer Familie sind mit magischen Kräften ausgestattet (von typischer X-Men-Kost wie Wetterkontrolle bis hin zu eigenwilligen Fähigkeiten): Mirabels Mutter stellt Essen her, das einen beim Essen buchstäblich heilt), die von derselben geheimnisvollen Macht verliehen wurden, die ihr verwunschenes Haus errichtet hat.

Doch als die Zeit gekommen war, dass Mirabel ihre „Gabe“ erhalten sollte, bekam sie nichts und musste ihre Enttäuschung verdauen, während ihre Familie um sie herum aufblühte. Anstatt einer Abenteuererzählung, die Mirabel in die Welt hinausschickt, ist Encanto ein einziges Mysterium, das sie immer tiefer in die verborgenen Geheimnisse ihres eigenen Hauses führt.

Encanto Disney Film Schriftzug
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Fehlende Sidekicks und starke Songs

Gelingt es ihr, herauszufinden, welche Rolle sie im Madrigal-Schicksal spielen wird, sich mit dem hellseherisch begabten Bruno (John Leguizamo) zu verbünden und herauszufinden, weshalb sie in den Wänden des Hauses Risse sieht, die sonst niemand sehen kann?

Auf ihrer Reise wird Mirabel mit der tragischen Vergangenheit von Abuela (María Cecilia Botero) und ihrem Verlangen nach Tradition auf Kosten des Fortschritts konfrontiert. Gleichzeitig muss sie sich ihren angespannten Beziehungen zu ihren Schwestern – der starken Luisa (Jessica Darrow) und der immer perfekten Isabela (Diane Guerrero) – stellen, die es zu reparieren gilt.

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Die Charaktere sind gut gezeichnet – auch wenn das Fehlen eines Sidekicks wie Maui oder Olaf wie eine verpasste Gelegenheit wirkt. Und das alles zu einer Reihe von Lin-Manuel-Miranda-Songs – vergleichbar mit dem Hip-Hop/Pop von In The Heights und den satten Inselvibes von Moana. Hier zeigt sich einmal mehr sein großes Talent für magische Melodien und wundersame Wortspiele.

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Das überschwängliche Liedchen „The Family Madrigal“ bietet eine mitreißende Einführung in Mirabels erweiterten Clan; der Trotz in „Waiting On A Miracle“ ist ein klassischer „Ich will…“-Song; und Isabelas ausdrucksstarke Hymne „What Else Can I Do?“ ist eine lebendige, beschwingte Abwandlung der „Let It Go“-Formel.

Ob sie so ikonisch werden wie Mirandas letzte Disney-Hits, bleibt abzuwarten – aber sie bewegen sich in der gleichen Dimension. Mit einem emotionalen Finale, das, wie bei Disney üblich, den Schwerpunkt auf die Wiedergutmachung und nicht auf den Kampf zwischen Gut und Böse legt, bietet der Film ein weiteres modernes Märchen, das – passenderweise – zauberhaft ist.

Fazit: Lebendige Bilder, zahlreiche erstklassige Songs und eine Geschichte mit Herz sorgen für einen weiteren Disney-Knaller. Nach sechzig Filmen hat das Mäusehaus immer noch genügend Magie. Film Bewertung 7 / 10


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