Film Kritik: "Infinite" ist weder ungeheuer schlecht noch spektakulär gut

Film Kritik: "Infinite" ist weder ungeheuer schlecht noch spektakulär gut

Inhalt: Im Mittelpunkt steht Evan McCauley, ein Mann, der täglich von Fähigkeiten, die er nie gelernt hat, und den Erinnerungen an Orte, die er nie besucht hat, heimgesucht wird.

Er steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch, da er seine Visionen für Schizophrenie hält und wird von einer geheimen Gruppe gerettet, deren Mitglieder sich “Infinites” nennen. Sie offenbaren ihm, dass seine Erinnerungen real sind – aber sie stammen aus mehreren vergangenen Leben.

Die Infinites nehmen Evan mit in ihre außergewöhnliche Welt, in der einige wenige Begabte die Fähigkeit erhalten, mit ihren über Jahrhunderte angesammelten Erinnerungen und ihrem Wissen wiedergeboren zu werden.

Mit brisanten Geheimnissen, die in seiner Vergangenheit begraben sind, muss Evan mit den Infinites zusammenarbeiten, um die Antworten in seinen Erinnerungen zu entschlüsseln – in einem Rennen gegen die Zeit, um die Menschheit vor einem der Ihren zu retten, der sie zerstören will. „Infinite“ ist weder ungeheuer schlecht noch spektakulär gut. Die Actionsequenzen sind handwerklich solide, und es gibt ein paar Lichtblicke, aber letztendlich lohnt es sich nicht unbedingt, den Film anzusehen.

Wie man sich vorstellen kann, dauert es eine Weile, eine Welt aufzubauen, in der die Hauptfigur einfach die neueste Inkarnation eines Wesens ist, das es schon seit Jahrhunderten gibt. Schlussendlich fühlt sich das Ganze ziemlich nach Matrix an, ist aber in der Ausführung etwas glanzlos. 

Mark Wahlberg ist Kampfbereit mit einem Samurai-Schwert in seinen Händen. Film Inifinite auf Amzon Prime Video
Mark Wahlberg in „Infinite“ © Paramount+ / Amazon Prime Video

Beginnen wir jedoch mit den Lichtblicken. Wie bereits erwähnt, ist die Handlung ziemlich überzeugend.

Dylan O’Brien verkörpert in der Eröffnungssequenz des Films eine frühere Inkarnation von Mark Wahlbergs Charakter, und die Sequenz entfaltet eine dramatische und beeindruckende Wirkung. Aber Dylan O’Brien und Mark Wahlberg hätten in dem Film die Plätze tauschen sollen.

Wahlbergs Energie hätte besser zu der früheren Inkarnation gepasst, während Dylans jugendliche, neugierige Art der Hauptrolle mehr Selbstreflexion gebracht hätte, und wahrscheinlich auch eine gehörige Portion Subtilität.

Die meisten Charaktere laufen unter ihren Möglichkeiten

Neben der Action und O’Brien als Lichtblicke, gab es noch ein paar andere Figuren, von denen man sich als Zuschauer gewünscht hätte, dass man sie während der knapp zweistündigen Laufzeit des Films mehr gesehen hätte. Jason Mantzoukas als Artisan war lebhaft, witzig und im Grunde eine abgeschwächte Version der gleichen Figur, die er in jedem Film spielt.

Sein Auftritt in den letzten 45 Minuten des Films war eine willkommene Abwechslung zu den vielen ernsten Momenten, die wir bis dahin erlebt hatten. Auch Liz Carrs Garrick war sofort sympathisch. Ihre kurzen Momente auf dem Bildschirm haben mehr Lacher gebracht, als alle Charaktere zusammen.

Leider ist der Rest des Films fast ein Schnarch-Fest. Chiwetel Ejiofor ist zwar großartig, aber seine Rolle wird nicht wirklich zum bedrohlichen Vorteil genutzt. Und gerade, wenn man denkt, dass er eine ernsthafte, dunkle Seite offenbart, flacht sein Charakter ab und wir können seine Bösartigkeit nie wirklich ausloten.

Mark Wahlberg in einem Verhörraum. Szene aus seinem Film Infinite
Mark Wahlberg schaut ganz Ungläubig im Film „Infinite“ © Amazon Prime Video

Das vorhandene Franchise Potenzial wird wahrscheinlich nicht genutzt werden

Es ist Bezeichnend, denn Infinite schöpft sein eigenes Potenzial nie voll aus. Eine Storyline über Reinkarnation und verfeindete Fraktionen könnte absolut spektakulär sein, aber stattdessen recycelt Infinite Storylines und Motivationen, die wir definitiv schon einmal gesehen haben. 

Es gibt so viele weitere Möglichkeiten für Handlungsstränge und Motivationen, und wenn man bedenkt, wie gut Infinite als Film hätte sein können, wird man wütend vor lauter Enttäuschung. So sehr man sich auch gefreut haben mag, dass der Film zu Paramount Plus und hierzulande auf Amazon umgezogen ist, so sehr erkennt man auch, dass Paramount vielleicht den Glauben an das Projekt verloren- und es in das digitale Programm verschoben hat, um sich vor größeren Verlusten abzusichern.

Man möchte immer noch glauben, dass die gezeigte Welt wirklich interessant und faszinierend sein könnte. Das Ende des Films zeigt eine Zukunft, die man sich auf jeden Fall ansehen würde, wenn die Chance dazu besteht. Der einzige Grund, warum Zweifel aufkommen, dass Infinite eine Zukunft als Franchise haben könnte, ist, dass sich die Besetzung dank des Reinkarnationsansatzes von Film zu Film ändern müsste.

Mark Wahlberg im Gespräch mit einer Frau in einem Hangar. Film Infinite auf Amazon Prime Video
Mark Wahlberg in „Infinite“ © Paramount+ / Amazon Prime Video

Die Möglichkeit, dieselben Charaktere und dieselbe Geschichte immer wieder aufleben zu lassen, würde ein tolles Franchise ergeben, aber nur, wenn jemand das wahre Potenzial hinter der glanzlosen Interpretation von Infinite erkennen würde.

Letztendlich ist Infinite nicht der schlechteste Film, den man in letzter Zeit gesehen hat. Er ist vollgestopft mit äußerst interessanten Ideen und einem faszinierenden Weltenbau, der nur einen subtileren Touch braucht, um sein volles Potenzial zu entfalten.

Sollte sich Paramount Plus dazu entschließen, etwas Größeres im Infinite-Filmuniversum aufzubauen, wäre der Zuschauer auf jeden Fall daran interessiert zu sehen, was man mit einer solch wirklich großartigen Idee in den richtigen Händen machen könnte. 

Fazit: „Infinite“ hat so viel ungenutztes Potenzial und bietet zu viel verschwendete Zeit. Schlussendlich fühlt sich das Ganze ziemlich nach einem Mix aus Matrix und Old Guard aus, ist aber in der Ausführung etwas glanzlos. Wertung: 4 / 10 


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