Film Kritik: "Nicht schon wieder allein zu Haus" ist eine skurrile aber sinnlose Geschichte

Film Kritik: "Nicht schon wieder allein zu Haus" ist eine skurrile aber sinnlose Geschichte

Regie: Dan Mazer | Produktion: USA 2021 | Gerne: Komödie | Mit: Archie Yates, Aisling Bea, Ellie Kemper, Rob Delaney, Jim Rash, Kenan Thompson u.a. | Erscheinungsdatum: Ab 12. November 2021 auf Disney+


Inhalt: Max (Archie Yates) wird versehentlich zu Hause gelassen, als seine Mutter (Aisling Bea) nach Tokio fliegt. In der Zwischenzeit versucht ein vom Glück verlassenes Paar (Ellie Kemper und Rob Delaney), sich Zugang zu seinem Haus zu verschaffen, um eine wertvolle deutsche Porzellanpuppe zurückzuholen, die Max ihrer Meinung nach gestohlen hat.

© The Walt Disney Company

Das 1990er Original von Kevin, Allein zu Haus ist im Wesentlichen ein zum Leben erweckter Looney Tunes-Cartoon, in dem Macaulay Culkins Kevin fröhliche, gewalttätige Rache an zwei miesen Einbrechern nimmt. Diese Neuauflage hat nichts vom Gefühl ausgelassener Anarchie.

„Nicht schon wieder allein zu Haus fühlt“ sich entkernt an, beschließt aber, die Möchtegern-Einbrecher zu den wahren Helden des Films zu machen. Am Ende steht eine skurrile, sinnlose Geschichte, bei der man durchaus auch mal lachen darf. Der aus Jojo Rabbit bekannte Archie Yates spielt Max, den reichen Jungen, der vergessen wird, als die Großfamilie auf verschiedene Flüge nach Tokio umgebucht wird.

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Nach einer Begegnung am Vortag suchen das Ehepaar Pam (Ellie Kemper) und Jeff (Rob Delaney) nach einer antiken deutschen Figur, von der sie glauben, dass Max sie von ihrem Tag der offenen Tür gestohlen hat. Das löst eine Reihe von Missverständnissen aus, die sich zu Slapstick-artigen Fallen und Tricks entwickeln.

Doch das Problem ist, dass die Fallen, solange die Diebe nicht besonders fies sind, eher sadistisch als befriedigend wirken. Man hat keine Freude daran, zu sehen, wie einer im Grunde netten Person die Füße flambiert werden oder wie sie von einem vornehmen reichen Jungen mit immer schwereren Gegenständen ins Gesicht getroffen wird.

Nicht schon wieder allein zu Haus mit Archie Yates
© The Walt Disney Company

Bösewichte sollten Böse sein

Aber vielleicht sollten wir uns damit trösten, dass die Fallen dieses Mal weniger tödlich sind. Und all die Zeit, die Pam und Jeff gewidmet wird, ist Zeit, die nicht damit verbracht wird, Empathie für Max aufzubauen. Oder ihm irgendetwas von dem Reifeprozess zu geben, durch den Culkins Kevin es – gerade noch – verdient hat, dass man ihm gegen die nassen Banditen die Daumen drückt.

Beschämend ist auch die Vielzahl an Comedy-Talenten in Nebenrollen, angefangen bei Jim Rash (Drehbuch Oscar für The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten) bis hin zu Kenan Thompson, die hier keine Chance bekommen, zu glänzen. Das ist besonders dann problematisch, wenn im Herzstück des Films eine Art Vakuum herrscht. Man hat das Gefühl, dass jemand versucht hat, den eigentlich hoffnungslosen Bösewichten Nuancen zu geben und die eigentlichen Helden zu vergessen.

Aber die Zeit, die man an sie verschwendet, fehlt Max und seiner Mutter (Aisling Bea), die zu einer blassen Imitation der denkwürdigen Auftritte von Culkin und Catherine O’Hara im Original reduziert werden. Und wenn man die Bösewichte nicht Bösewichte sein lässt, werden die Helden stattdessen zu Trotteln.

Fazit: Eine verunglückte Variation des Themas, welche sich, abgesehen von ein paar Gags, nicht genug anstrengt, um wirklich lustig zu sein. Film Bewertung 3 / 10


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