Film Kritik: "Red Notice" ist eine leichtfüßige Action-Komödie

Film Kritik: "Red Notice" ist eine leichtfüßige Action-Komödie

Genre: Action / Komödie | Regie: Rawson Marshall Thurbers | Mit: Gal Gadot, Ryan Reynolds, Dwayne Johnson u.a | Laufzeit: ca. 116 Minuten | Produktion: USA 2021 | Erscheinungsdatum: Ab 12. November auf Netflix


Inhalt: Spezialagent John Hartley (Dwayne Johnson) vereitelt den Plan des berüchtigten Kunstdiebs Nolan Booth (Ryan Reynolds), eines von Kleopatras unbezahlbaren goldenen Eiern zu stehlen.

Daraufhin wird er von seinem Informanten, einem anderen berüchtigten Kunstdieb namens The Bishop (Gal Gadot), für den Diebstahl des Eies verantwortlich gemacht. Hartley ist gezwungen, sich mit Booth zu verbünden, um seine Unschuld zu beweisen.

Red Notice © Netflix Films

Ironischerweise ist Rawson Marshall Thurbers Red Notice für einen Film, in dem es um Twists, Tricks, Betrügereien und Doppelbödigkeiten geht, ziemlich überraschungsarm. Und wir meinen das auf die bestmögliche Art und Weise.

Story mäßig handelt es sich um eine Mischung aus „Über den Dächern von Nizza“, Zwei hinreißend verdorbene Schurken“ und „Bond“, mit einer Prise „Das Vermächtnis der Tempelritter / geheimen Buches“ und „Jäger des verlorenen Schatzes“ als Zugabe (Ryan Reynolds pfeift an einer Stelle sogar die Indy-Film-Melodie). Mit einer verrückten Verfolgungsjagd durch ein Museum, einem Gefängnisausbruch aus einer Bergfestung und einem Hightech-Raub auf einem abgefahrenen Schurken-Maskenball hat der Film alles, was man von einem Spionage-, Krimi- oder Archäologie-Abenteuer erwartet.

Das Hauptargument für den Film ist das charismatische Duo Dwayne Johnson und Ryan Reynolds, und keiner der beiden weicht auch nur einen Millimeter von seiner altbekannten und beliebten Leinwandfigur ab. Als zu Unrecht angeklagter Kunstverbrecher ist Johnson unerschütterlich und ernst und versteckt ein großes, weiches Herz unter den großen, kräftigen Brustmuskeln.

Als schlagfertiger Dieb wirft Reynolds mit seinen vermutlich improvisierten Einzeilern um sich, die er oft auf Komödienflüster-Niveau vorträgt. Ab und zu lockern sie das Bromantik-Geplänkel – serviert mit einer Diskussion – Beilage von Vaterthemen (zum Augen rollen), um Platz für Gal Gadot als gewiefte Antagonistin „The Bishop“ zu machen.

Dwayne Johnson, Gal Gadot und Ryan Reynolds
© Netflix Film

Bild – und Soundeffekte statt reizvolles Abenteuer

Doch obwohl sie ihnen scheinbar immer einen Schritt voraus ist und eindeutig mehr drauf hat, wirkt Gadot bei all den weltumspannenden Verrücktheiten des Films eher wie eine Nebendarstellerin, die nur ab und zu auftaucht, um die Pläne der beiden zu durchkreuzen und sich an einem Set-Piece zu beteiligen. Dies ist eindeutig die Dwayne ‚N‘ Ryan Show. Es ist also ein sehr vertrautes Setting, ganz gleich, ob man ein Fan des Genres oder der Stars ist.

Durch die unglaubliche Sympathie der Hauptdarsteller ist der Film in erster Linie angenehm anzuschauen. Die beiden Hauptdarsteller Johnson und Reynolds zanken und bekämpfen sich an einer Vielzahl exotischer Schauplätze, darunter Rom, Bali, Valencia und ein Dschungel (Johnsons sechster?) in Argentinien. Auch wenn der Film ein Bond/Indy-ähnliches Maß an internationaler Aktivität erreichen will, ist er visuell nicht sonderlich aufregend, weil er auf der tontechnischen Ebene angesiedelt und in Green Screens verpackt ist.

Red Notice ist voller (teilweise sehr schlechter) CGi – Bildeffekte, und das merkt man dem film auch an. Das reicht von zu sehr künstlich wirkenden Explosionen, bis hin zu ein paar offensichtlichen digitalen Spielereien, die die Gesetze der Schwerkraft ignorieren. Das schafft ein (sehr) künstliches Niveau, das den Reiz des Films deutlich schmälert, so dass er sich weniger wie ein weltumspannendes Abenteuer anfühlt, sondern vielmehr wie ein Klamauk auf einem teuren (Kinder-) Abenteuer Spielplatz.

(L-R) Nolan Booth (Ryan Reynolds), The Bishop (Gal Gadot) und John Hartley (Dwayne Johnson)
(L-R) Nolan Booth (Ryan Reynolds), The Bishop (Gal Gadot) und John Hartley (Dwayne Johnson) in Red Notice © Netflix Film

Funktioniert als Komödie

Autor und Regisseur Rawson Marshall Thurber ist ein besserer Filmemacher von Komödien (Dodgeball, Wir sind die Millers) als von Action-Filmen (Skyscraper).

Daher funktioniert Red Notice am besten als Komödie. Und da es seine dritte Zusammenarbeit mit The Rock ist (die erste war Central Intelligence), weiß er, wie er das Beste aus seinem berühmten Hauptdarsteller herausholen kann. Nämlich, indem er ihn einfach das tun lässt, was alle an ihm lieben – und ihn gleichzeitig mit jemandem zusammenbringt, der seine Stärken ebenfalls ausspielen kann. Obwohl Red Notice Schwächen hat, ist er zumindest ein gelungener, leichtfüßiger Spaß. Und daran gibt es nichts auszusetzen.

Fazit: „Red Notice“ ist genau das, was man von einer Actionkomödie mit Dwayne Johnson und Ryan Reynolds erwarten würde. Nicht mehr und nicht weniger. Film Bewertung 5 / 10


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