Film Kritik: "Ron Läuft Schief" ist ein liebenswürdiger Roboter-Buddy Film

Film Kritik: "Ron Läuft Schief" ist ein liebenswürdiger Roboter-Buddy Film

Regie: Jean-Philippe Vine , Sarah Smith, Octavio Rodriguez | Drehbuch: Peter Baynham, Sarah Smith

Mit: Zach Galifianakis, Jack Dylan Grazer, Olivia Colman | Laufzeit: ca. 107 Minuten

Originaltitel: Ron’s Gone Wrong | Produktionsland: USA 2020

Kinostart: 28. Oktober 2021 | FSK: AB 6 Jahren


Inhalt: Ein Bubble Bot ist die heißeste neue Erfindung: ein Roboter und ein Social-Media-Gerät, ein „Best Friend out of the Box“. Als jeder an seiner Schule einen bekommt, fühlt sich der einsame Barney Pudowski (Jack Dylan Grazer) so ausgegrenzt wie nie zuvor. Doch dann kauft ihm seine Familie seinen eigenen „B*Bot“ – ein defektes Modell, das bald Chaos in Barneys Leben bringt.

Kombiniert man einen niedlichen, einfarbigen Roboter mit angenehmer Stimme und einer Geschichte über technologische Abhängigkeit und eine schlecht funktionierende künstliche Intelligenz, dann ist es nicht falsch, wenn man Ron läuft Schief als eine Mischung aus „Baymax – Riesiges Robowabohuund „The Mitchells vs. The Machines“ beschreibt.

Allerdings wäre es ein Fehler, den Film mit einem „das habe ich alles schon gesehen“-Achselzucken, abzutun, denn er bietet viel Herz und hat eine Menge zu sagen. Der Film wurde von einem Team aus ehemaligen Aardman- und Pixar-Mitarbeitern entwickelt – ganz zu schweigen vom Borat Co-Autor (Peter Baynham) und Tenet Produktionsdesigner (Nathan Crowley). Es ist genau die richtige Mischung aus schrillen Figuren, Lachern, Animations-Spektakel und den guten alten Rührseligkeiten.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Freundschaft zwischen zwei liebenswerten Außenseitern. Da wäre der 13-jährige Barney Pudowski (gesprochen von It’s Jack Dylan Grazer), der sich mit den anderen Kindern an seiner Schule nicht so recht anfreunden kann.

© 20th Century Fox – The Walt Disney Entertainment

Naiver Freigeist vs. technologischer Fortschritt

Barney lebt hauptsächlich analog (und das nicht freiwillig), während die anderen die meiste Zeit online verbringen: posten, spielen, liken und abonnieren, und das alles mit Hilfe des neuesten technischen Wahnsinns. Der Roboter (B*Bot) – in Form einer Kinder-Ü-Ei-Kapsel, verarbeitet alle Daten der Kinder, um sie mit ihren Lieblingsdingen zu versorgen oder sie mit anderen Kindern zu vernetzen.

Dann gibt es noch Ron (Zach Galifianakis im „Ruhemodus“), der „B*Bot“, der sprichwörtlich von der Ladefläche eines LKWs gefallen ist. Er ist ein naiver Freigeist, der die Welt durch Barney kennenlernen muss, weil er keine Internetverbindung hat, unterstützt durch eine Kork-Tafel und einen Haufen Post-it-Zettel.

Im Unterschied zu all den anderen Kindern, die an ihren Bots kleben, ist die Beziehung zwischen Barney und Ron eher eine erkämpfte als eine aufgesetzte, und es macht Spaß zu beobachten, wie die Verschiedenartigkeit der beiden eher die Freundschaft definiert, als die gemeinsamen Vorlieben.

© 20th Century Fox – The Walt Disney Entertainment

Mit der Großmutter ist nicht zu spaßen

Es gibt eine Action- und Abenteuerebene, bei der es um mehr geht, als man erwarten würde. Und die zum Tragen kommt, als ein profitorientierter, schleimiger Tech-Spezialist, gesprochen von Rob Delaney, in Panik versucht, Ron zurückzuholen. Olivia Colman (die nach ihrer Rolle in Mitchells eine Vorliebe für Roboter-Animationen haben muss) sorgt in der Rolle von Barneys exzentrischer, bohrmaschinenschwingender bulgarischer Großmutter für Begeisterung.

Unübersehbar sind die Anspielungen des Drehbuchs auf die sozialen Medien und das Sammeln persönlicher Daten. Das sind offensichtliche Angriffspunkte, aber gleichermaßen auch berechtigte. Die B*Bots, die nicht wie Ron sind, agieren zwar niedlich und cool, aber sie haben auch etwas wirklich Unheimliches an sich – wie zum Beispiel Siri. Am stärksten ist der Film jedoch, wenn er sich auf Barney und Ron konzentriert.

Fazit: „Ron läuft Schief“ ist eine liebenswürdige, amüsante Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft, die sich bewusst ist, wie der Mensch tickt, aber ebenso gut weiß, was die Technik zu einem Problem macht. Wie bei „Drachenzähmen leicht gemacht“, handelt es sich hier um eine Leinwandfreundschaft, die einen einfach mitreißt. Wertung 7 / 10

© 20th Century Fox – The Walt Disney Entertainment

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