Film Kritik | Spirit-Frei und Ungezähmt: Im Wilden Westen Nichts Neues

Film Kritik | Spirit-Frei und Ungezähmt: Im Wilden Westen Nichts Neues

Inhalt: Die junge Lucky wächst bei ihrer Tante Cora an der Ostküste auf, nachdem ihre Mutter gestorben ist, als Lucky noch klein war. Das quirlige Mädchen ist ein echter Wirbelwind, und nach ihrem neuesten Streich bringt Tante Cora sie schließlich zu ihrem Vater Jim in das Prärie-Städtchen Miradero.

Anfangs ist Lucky so gar nicht begeistert von dem verschlafenen Nest. Das ändert sich, als sie die Reitermädchen Abigail und Pru und deren Pferde Chica Linda und Boomerang kennenlernt und sich mit ihnen anfreundet.

Doch Lucky ist besonders fasziniert von Spirit, einem wilden Mustang, der in einem Stall in der Nähe gefangen gehalten wird. Beide verbindet ein großer Freiheitsdrang und schnell auch eine ganz besondere Freundschaft. 

Film Kritik

von Ilija Glavas

Ein anderer Fokus hätte den Film auch Erwachsenen näher gebracht

Nachdem ihre Mutter bei einem Stuntunfall auf einem Pferd ums Leben kam, als sie noch ein Baby war, verbringt Lucky Prescott (Isabela Merced) den Großteil ihrer Kindheit bei ihrer Tante in einer Großstadt an der Ostküste.

Doch Luckys Vater (Jake Gyllenhaal) will die Beziehung zu seiner Tochter wieder aufleben lassen und beschließt, dass es für Lucky endlich an der Zeit ist, bei ihm zu leben. Also packt sie ihre Koffer und zieht in eine kleine Stadt im Wilden Westen. Dort trifft sie auf einen wilden Hengst namens Spirit. —> HIER UNSER FEATURE ZU SPIRIT MIT 5 FAKTEN ZUM FILM <—

Doch ihr Vater verbietet ihr den Umgang mit dem Pferd, da er einen weiteren Unfall befürchtet. Die rebellische Lucky ignoriert seine Wünsche und geht eine Bindung mit Spirit ein. Sie befreit ihn aus dem Pferdestall, in dem er vom angeblichen Pferdezüchter namens Hendricks (gefangen-) gehalten wird. 

Abigail Stone und Boomerang © Universal Pictures / DreamWorks

Es ist verwirrend, wo der Film im Spirit Universum angesiedelt ist

Doch als Lucky von Hendricks‘ Plan erfährt, Spirit und seine Herde zu versteigern, schmieden Lucky und ihre beiden Freundinnen Abigail Stone (Mckenna Grace) und Pru Granger (Marsai Martin) einen Plan, um die Herde vor dem harten Umgang in Gefangenschaft zu retten.

Es ist ein wenig verwirrend, wo Spirit – Frei und Ungezähmt im Spirit-Universum angesiedelt ist. Es spielt vor den Ereignissen von Spirit aus dem Jahr 2002: Der wilde Mustang und ist damit nicht wirklich ein Prequel (obwohl er dasselbe Pferd zeigt), sondern eher eine Nacherzählung der Spin-Off-TV-Serie Spirit: Wild und Frei.

Zwar sind Filmdebüts von Kinderfernsehserien nichts Neues, aber normalerweise sind die Filme eine Erweiterung der Serie, ähnlich wie eine verlängerte Episode. Spirit – Frei und Ungezähmt ist jedoch eine Herkunftsgeschichte von Spirit: Wild und Frei, die eine alternative Version der Begegnung von Lucky mit Spirit, Abigail und Pru darstellt.

Pru Granger und Chica Linda © Universal Pictures / DreamWorks

Die Animation ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber der Serie

Während die Fernsehserie für die Zielgruppe der jungen Mädchen sinnvoll ist (und sicherlich dazu führen wird, dass die Mädchen ihre Eltern um Reitstunden und ein Zimmer voller Spirit-Pferdefiguren anflehen), hat der Film für das erwachsene Publikum nicht viel Fleisch am Knochen. Die schlichte Handlung folgt altbewährten Erzählsträngen, wie einer entfremdeten Eltern-Kind-Beziehung, einer rebellischen Tochter und einem Menschen, der sich mit einem Pferd anfreundet.

Lucky, Abigail und Pru haben lustige, liebenswerte Persönlichkeiten, und Lucky ist eine starke, junge Hauptdarstellerin. Allerdings wirkt Luckys Freundschaft mit den beiden Mädchen überstürzt und oberflächlich, da sie nach einem gemeinsamen Abenteuer, bei dem die beiden Mädchen Lucky helfen, ein entlaufenes Pferd zu finden, innerhalb weniger Minuten zu besten Freundinnen werden.

Die Animation ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber der Serie, entspricht aber immer noch nicht dem Standard, den wir von DreamWorks‘ Kinofilmen gewohnt sind. Aber es ergibt absolut Sinn, wenn man bedenkt, dass die Animation nicht im eigenen Haus gemacht wurde, um die Kosten niedrig zu halten.

Aber nicht nur bei der Animation wurde gespart, sondern bei allen Aspekten des Films, ein bisschen hier, ein bisschen da. Der fertige Film ist zwar nicht anstößig oder ganz und gar schlecht, aber er fühlt sich einfach nicht so gut an, wie er hätte sein sollen oder können.

Lucky und Spirit © Universal Pictures / DreamWorks

Mit Fokus auf das Leben der Mutter, wäre die Geschichte emotionaler geworden

Einer der interessanteren Aspekte des Films dreht sich um Luckys verstorbene Mutter, Milagro (Eiza Gonzalez). Milagro nahm an den Escaramuzas Charra teil, einer mexikanischen Rodeo-Veranstaltung mit choreografierten, synchron reitenden Stuntkünstlerinnen. Es ist ein farbenfroher und schöner Sport, der Lucky verborgen geblieben ist, da sie nichts über das Leben ihrer Mutter als Pferdedarstellerin weiß.

Anstatt das Trio auf die Pferde steigen zu lassen, um den Plan der Bösewichte zu durchkreuzen, wäre es viel interessanter gewesen zu sehen, wie Lucky die Vergangenheit ihrer Mutter entdeckt, etwas über den Sport lernt und dann trainiert, um selbst in einer Escaramuzas Charra anzutreten. Obwohl Spirit der König der Hengste ist, scheint er seine wilde Seite aus dem Originalfilm verloren zu haben, denn er lässt sich von der unerfahrenen Lucky leicht zähmen.

Der Grund warum Spirit: Der Wilde Mustang so gut funktioniert, ist die simple Tatsache, dass er uns seine Perspektive und seine Entschlossenheit, sich gegen die Domestizierung zu wehren, aus erster Hand erfahren lässt. 

Fazit: Obwohl dieser Film immer noch nach ihm benannt ist, ist Spirit zu leicht zu zähmen und wirkt eher wie ein Kinderspielzeug als eine wichtige Figur, die die Geschichte vorantreibt. Spirit- Frei und Ungezähmt ist unschuldig genug, aber er ist fade, schnell vergessen und ohne den Geist, der Spirit, nun ja, zu Spirit macht. Wertung: 5 / 10


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