Film Kritik | "The Rental" glänzt mit einer guten Wendung und Gänsehaut im Abspann

Film Kritik | "The Rental" glänzt mit einer guten Wendung und Gänsehaut im Abspann

Deutscher Titel: Tod im Strandhaus | Horror/Thriller | ca. 89 min | 2021

Darsteller:  Dan Stevens, Alison Brie, Sheila Vand u.v.m

Ab 14. Mai als DvD / Blu-ray | Video-On-Demand | ZDF – Mediathek


Story: Eine einsame Strandvilla mit mordsmäßiger Aussicht. Genau so haben sich zwei Pärchen ihren Wochenendtrip an die raue Küste von Oregon vorgestellt. Aber schon bei der Ankunft kommt es zum Streit mit dem Vermieter und nach einer durchzechten Party-Nacht in dem luxuriösen Anwesen treten Spannungen zwischen den Freunden auf.

Auch das vermeintliche Traumhaus scheint einige düstere Geheimnisse in sich zu bergen. Schleichend wächst in ihnen die Paranoia und ein schrecklicher Verdacht: Sind sie etwa nicht so alleine, wie sie dachten?

Film Kritik:

von Ilija Glavas

Viele von uns haben schon einmal in einem Airbnb übernachtet, aber haben wir jemals darüber nachgedacht, wie gefährlich das sein könnte? Ein völlig Fremder hat den Schlüssel. Es ist ihre Bude. Ihre Regeln. Ihr Horror.

Das ist die Prämisse von Dave Francos ( Bruder von James Franco ) Regiedebüt “The Rental”, das ein mörderisches Horrorkonzept bietet, das leider durch zu viel vorhersehbares Beziehungsdrama in Mitleidenschaft gezogen wird. Von den knapp 90 Minuten Horrorfilm, wartet man eine geschlagene Film Stunde, bis es zu den versprochenen Horrorelementen kommt.

Die Geschichte spielt im heutigen Kalifornien und folgt zwei Paaren, die ein abgelegenes Ferienhaus an der Küste für einen entspannten Wochenendausflug mieten. Stattdessen beginnen sie allmählich zu vermuten, dass der Hausbesitzer sie ausspioniert, als ein blutiges Chaos losbricht.

©IFC

Gute Schauspieler, unsympathische Charaktere

Die Schauspieler mögen gut sein, aber ihre Charaktere sind nicht sehr sympathisch. Charlie kommt als Drecksack rüber, Josh hat Gewaltausbrüche und Mina liebt es, sich zu beschweren. Die einzige halbwegs gute Person ist Michelle, aber selbst sie packt die Party Pille aus, wofür sie zu alt sind. Sie sind mit Ende 30 verheiratet! Warum wirfst du also Ecstasy ein, anstatt wandern zu gehen?

Es ist bezeichnend, das im Slasher-Genre, naive, promiskuitive Teenager für ihre Sünden durch die Hand von Killern bezahlen, aber das Stelldichein in der heißen Badewanne hier, fühlt sich einfach wie fauler Schreibstil an, der sehr vorhersehbar ist. Man kann dank klarer Dialoge und unsubtiler Blicke erkennen, wer mit wem schlafen wird, während das Ablenkungsmanöver von Anfang an klar zu erkennen ist.

Anfangs denkt man, dass Franco und Co-Autor Joe Swanberg die “Halloween”-Regel, dass die Jungfrau als letzte am Leben bleibt, auf den Kopf stellen. Stattdessen ist die unsympathischste Figur die letzte, die noch steht (wir verraten nicht wer, aber ihr werdet zustimmen, dass es der hassenswerteste Charakter ist. )

©IFC

Den Zeitgeist trifft der Film nur auf dem Papier

Zum Glück ist der letzte Akt ziemlich gruselig, sobald das Morden beginnt. Franco führt Regie mit legitimen Jumpscares, wenn die Kamera schwenkt, P.O.V.-Aufnahmen gruseligen Voyeurismus zeigen oder eine schattenhafte Figur unscharf im Hintergrund erscheint. Franco sollte weiter Regie führen. Er hat ein Händchen dafür.

Es ist auch sein Verdienst, dass er es schafft, den Mörder zu entlarven, ohne jemals das Gesicht des Täters zu zeigen. Das gibt dem Film einen Hauch von “Geheimnisvoll”, während er auf eine clevere Wendung zum Abschluss der Handlung hinarbeitet, die von einer gruseligen “Found Footage”-Montage gekrönt wird, während der Abspann läuft.


So schafft es der Film, dass man nie wieder in einem Airbnb übernachten möchte. Vielleicht doch lieber in einem Motel? Nee, wir haben alle Alfred Hitchcocks “Psycho” (1960) gesehen. Wie wäre es mit einer Jugend Herberge? Nee, das ist unmöglich nach Eli Roths “Hostel” (2005). Okay, ein Ferienhaus? Auf keinen Fall, nach Bryan Bertinos “The Strangers” (2008).

Fazit: Das Einzige, was “The Rental” für sich verbuchen kann, ist ein gefühlter Zeitgeist als erster Airbnb-Film, aber während man ihn anschaut, wird man daran erinnert, dass “The Strangers” es schon getan hat. Danke für die Gastfreundschaft, aber als Zuschauer gibt man diesem Airbnb eine gemischte Bewertung: 6 / 10 

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