"Kipchoge-The Last Milestone" erinnert an eine Ehrenrunde für sportliche Großtaten

"Kipchoge-The Last Milestone" erinnert an eine Ehrenrunde für sportliche Großtaten

Digital verfügbar auf Amazon Prime | Mit Eliud Kipchoge u.a.


Film Bewertung 7 / 10

Inhalt: Kipchoge: The Last Milestone ist ein cineastisches Porträt des Weltrekordhalters im Marathon, Eliud Kipchoge, und seine Vorbereitung auf eine der letzten Meilensteine in der Geschichte des Sports: Den Marathon unter zwei Stunden. Der Film begleitet ihn auf seiner Reise vom Trainingslager in Kenia, zu den Hightech-Sportzentren in Europa bis hin zu seinem Weltrekordversuch in Wien.

Kürze niemals die Strecke eines Marathons ab, heisst es. Aber man könnte ruhigen Gewissens wahrscheinlich die erste halbe Stunde von „Kipchoge“: Der letzte Meilenstein“ auslassen oder überspringen, ohne viel zu verpassen. Der Dokumentarfilm ist eine Hommage an den bahnbrechenden kenianischen Läufer Eliud Kipchoge und zeigt, wie er 2019 der erste Mensch in der Geschichte wurde, der die Marathondistanz in weniger als zwei Stunden lief.

Der gut gemeinte, aber Bromance-lastige erste Teil des Films stellt uns den Menschen Kipchoge vor, der als Läufer mit einer unermüdlichen Arbeitsmoral, einer schon fast meditativen Haltung und einer grundlegenden Bescheidenheit gezeigt wird. Wir erfahren, wie er Kollegen und junge Sportler inspiriert, und welchen Stellenwert der Sport in Kenia einnimt (Es bringt Essen auf den Tisch).

Es gibt so viele Laufclips in Zeitlupe, abrupte Wechsel zu Schwarz-Weiß oder Szenen, die effektvoll inszeniert sind (z. B. sehen wir eine Frau, die einen Jungen für die Morgenroutine weckt, während Kipchoge darüber spricht, wie seine Mutter ihm einen Sinn für Disziplin einflößte), dass man den Film mit minimalen Änderungen in Nike-Werbung schneiden könnte. 

Der Mensch kennt keine Grenzen

Der Regisseur, Jake Scott, Sohn von Ridley Scott (Gladiator, House Of Gucci), hat tatsächlich solche Werbespots gedreht. Der Puls des Dokumentarfilms beschleunigt, die Hände werden schwitzig,  wenn er sich Kipchoges Bemühungen widmet, die Zwei-Stunden-Marke zu unterbieten. Seine 1:59:40 Stunden gelten nicht als offizieller Weltrekord, weil er sie nicht nach den traditionellen Marathonregeln gelaufen ist. 

Der Film veranschaulicht, wie die Bedingungen durch eine Vielzahl von Mitarbeitern optimiert wurden. Verschiedene Teilnehmer beschreiben den Straßenbelag, wie die Lasersteuerung half, das Tempo zu bestimmen, und wie Teams von Mitläufern abwechselnd Y-Formationen um Kipchoge bildeten, um den Luftwiderstand zu verringern. 

Die Athletik, die Physik und das, was eine Person als „ein bisschen Ballett“ des Ereignisses bezeichnet, sind allesamt mitreißend zu beobachten. Ein kurzweiliger Einblick in die Extreme des Laufsports, der, wie es der Film zeigt, am einfachsten zu Beginnen ist: Schuhe an und ab auf den Asphalt. Frei nach Kipchoges Motto: Der Mensch kennt keine Grenzen.

Fazit: Der Dokumentarfilm über den kenianischen Läufer Eliud Kipchoge fühlt sich wie eine grosse Ehrenrunde für eine sportliche Großtat an.


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