Kommissar Wisting | DVD | Krimi Serie | Kritik

Kommissar Wisting | DVD  | Krimi Serie | Kritik

Erschienen: 2020 auf DVD
Serie: 1 Staffel á 4 Folgen
Länge: 300 min (Folge 90 min)
FSK: 12


Inhalt – Story:

Eisige Schatten

Kurz vor Weihnachten in einer norwegischen verschneiten Landschaft wird eine Leiche gefunden. Auf einem Beweisstück finden sich die Fingerabdrücke eines seit 20 Jahren gesuchten Serienmörders, welcher mehrere Frauen auf schreckliche Art und Weise umgebracht hat.

Dem Team von Kommissar Wisting werden zwei ermittelnde FBI Agenten zur Seite gestellt. Magge Griffin, einer der beiden FBI Agenten, hatte den Täter damals wieder auf freien Fuß setzen müssen und ist seitdem auf einem persönlichen Rachefeldzug. Sie glaubt, dass Godwin die Identität eines in Larvik Ansässigen gestohlen hat, um weiter sein Unwesen treiben zu können. Schnell finden Sie weitere Anhaltspunkte, welche ihre These stützen.

Währenddessen will Wistings Tochter Line einen Artikel schreiben über einen älteren Herrn, der in seiner Wohnung ganz alleine verstorben ist. Doch nach und nach hegt sie die Vermutung, dass es sich hierbei um Mord handelt. Können die beiden Fälle eventuell etwas miteinander zu tun haben.


Jagdhunde

Erneut muss Wisting in einem Mordfall ermitteln, doch dann kommt jemand aus dem Gefängnis, welcher der Meinung ist, 17 Jahre unschuldig dort gesessen zu haben. Wisting war damals leitender Ermittler und wird nun suspendiert. Die Schlagzeilen überschlagen sich, während Line versucht, mit einer eigenen recherchierten Nachricht das Blatt zu wenden. Wisting zweifelt an sich selbst und beginnt verbotener Weise Nachforschungen anzustellen.

Währenddessen verschwindet eine bekannte Bloggerin, welche schon einmal bei der Polizei gewesen war, weil sie das Gefühl hatte, gestalkt zu werden. Nun wird auf ihrem Blog ein Abschiedspost gepostet, von dem die Eltern aber ausgehen, das er gefälscht ist.


Wisting Serie
©ARD-Degeto

Film / Serien Kritik:

von Nicola Scholz

Spannung + Cliffhanger = Krimi

Das düstere norwegische Noir Krimi Feeling kommt in der Folge „Eisige Schatten“ schnell auf. Die kalte karge und verschneite Landschaft sieht nicht nur bitter kalt aus, sondern sorgt auch dafür, dass man das recht einsame und bittere Leben des Kommissar Wistings schnell zu schmecken bekommt.

Der Fall welcher hier rund um Weihnachten herum spielt, ist so gar nicht weihnachtlich, passt aber wunderbar in das Setting. Es braucht dabei gar keine grausamen Leichenbilder, welche es aber dennoch gibt, oder actionreiche Verfolgungsszenen, um schon bei den Erzählungen schreckliche Bilder heraufzubeschwören.

Das stille verlangsamte Leben, welches in vielen kälteren Krimireihen vorherrscht, macht auch hier definitiv wieder eine gute Figur. Der erste der beiden Fälle, welcher auch wirklich fies am spannendsten Cliffhänger unterbrochen wird, hat nicht nur durch die beiden amerikanischen Agenten einen doch hollywoodmäßigen Touch erhalten.


Skandinavischer Noir mit "Kommissar Wisting" ©ARD Degeto
Skandinavischer Noir mit “Kommissar Wisting” ©ARD Degeto

Mehr Authentizität mit Originalton

Die deutsche Synchronisation hingegen lässt, anders als man es kennt, hier so stark zu wünschen übrig, sodass man dann lieber in der norwegischen Originalsprache schaut und die Untertitel mitließt, als sich nur eine ganze Folge dem teilweise wirklich grauenvollen deutschen Ton zu geben.

Dafür entführt einen die Originalsprache noch mehr in das graue, triste Land. Die typischen Nebenstränge des Kommissars, welcher alleine stehend ist, und kaum Zeit für seine beiden Kinder hat, stören zu keinem Zeitpunkt. Vielmehr bringt die Interessante Figur der Line einen schönen zweiten Handlungsstrang mit ein und ihr Beruf der Journalistin verspricht deftiges Pulvermaterial.

Was den Kommissar in den ersten beiden Folgen in einer schon recht temporeichen Ermittlungstour auf trab hält und uns als Zuschauer in Atem, das verliert der Ermittler in der Folge darauf. Während „Eisige Schatten“ spannend bleibt bis zur letzten Sekunde, braucht „Jagdhunde“ leider mehrere Anläufe um einen zu überzeugen auch noch den zweiten Teil der zweiten Folge zu lassen.


Carrie-Anne Moss in "Wisting" als FBI Ermittlerin ©ARD Degeto
Carrie-Anne Moss in “Wisting” als FBI Ermittlerin ©ARD Degeto

Mit dem FBI, verlässt auch die Spannung das Land

Das überraschend schöne jedoch ist die Verknüpfung der beiden Folgen. Während in „Eisige Schatten“ die Bloggerin das erste Mal das Polizei Revier besucht, niemand aber Zeit für ihre Hirngespinste hat, verfolgt einen dieser Auftritt noch in die nachfolgende Folge.

Die Bloggerin verschwindet spurlos. Und wieder wird jemand gesucht der scheinbar schon einmal sein Unwesen trieb. Schade das die FBI Agenten so schnell das Land verlassen haben. Mit ihnen verlässt auch der amerikanische Touch die Serie und das ganze wird ruhiger, weniger spannend und kaum noch düster.

Da kann auch das Wetter eine Rolle spielen, welches nun zwar noch behangen, aber weniger eisig daherkommt und der Folge die Kälte und das Unbehagen nimmt. Das auch Line wieder mit hinein spielt wirkt nun etwas abgedroschen und gewollt, selbst wenn ihre Figur so reizend bleibt das man sie gerne dabei hat.


©ARD Degeto

Fazit: “Eisige Schatten“ bleibt eine starke erste Folge, ein Krimi-Fernsehfilm wie man ihn sich häufiger wünscht. Er sollte Krimifans einen kalten Schauer über den Rücken jagen. „Jagdhunde“ fällt nach dieser starke Folge zwar etwas ab, ist durch seine Verknüpfung aber dennoch ein wirklich sehenswertes Stück norwegischer Krimi geworden.

Wertung: 8 / 10


Trailer: “Kommissar Wisting”

©ARD Degeto

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