Me Time nimmt eine interessante Familiendynamik und versteckt sie unter plumpen Witzen und abgedroschenen Stunts

Me Time nimmt eine interessante Familiendynamik und versteckt sie unter plumpen Witzen und abgedroschenen Stunts

Genre: Komödie | Produktion: USA 2022 | Laufzeit: ca. 104 Minuten | Regie:  John Hamburg

Mit: Kevin Hart, Mark Wahlberg, Regina Hall, Ilia Isorely u.a


Inhalt: Sonny (Kevin Hart) ist ein Familienvater, der gesunde Smoothies zubereitet, Elternbeiratssitzungen leitet und Talentshows in der Schule organisiert, aber nie Zeit für sich selbst hat – bis ihm sein alter Freund Huck (Mark Wahlberg) die Chance auf Unabhängigkeit gibt.

© Netflix.com

Schon in einer frühen Szene von Me Time sagt Kevin Harts aufreizend oberlehrerhafter Sonny seinem Kind, dass es aufhören soll, sich Videos von Stand-up-Künstlern anzusehen und stattdessen Keyboard üben soll. „Genug mit der Comedy“, sagt er – ein Ratschlag, den sich dieser sehr unlustige Film leider sehr zu Herzen genommen hat.

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Der von Hart gespielte Sonny ist ein leidenschaftlicher Vater, manchmal bis zum Äußersten. Während seine Gattin Maya ( eine unterforderte Regina Hall) als erfolgreiche Architektin arbeitet, kocht Sonny die Mahlzeiten, schleppt die Taschen und hilft beim Bau der Lego-Sets zu Hause. Er ist zwar liebevoll, hat aber auch etwas von einem Diktator, der so viel wie möglich über die Schulbildung seiner Kinder kontrolliert und sie sogar in ihren Schlafzimmern ausspioniert, um sicherzustellen, dass sie lernen.

Für Helikopter-Eltern ist er ein wahrer Meister seines Fachs. Da kommt sein alter Freund Huck Dembo (ein Name für Mark Wahlberg, der seinen Transformers-Namen Cade Yeager fast noch toppt) ins Spiel. Er ist ein Macho, der Sonny mit einer Woche der Ausschweifungen von seinen häuslichen Verfehlungen abbringen könnte.

„Me Time“ Cast © Netflix.com

Interessante Familiendynamik, plumpe Witze und abgedroschene Stunts

HuckChella, eine Geburtstagsfeier, die eher an das Fyre Festival als an das Coachella erinnert, ist der Anfang des Chaos. Schon bald wird die Party von einem brutalen Kredithai gestürmt, wodurch die Geschichte zu einem generischen Handlungsstrang über Schuldeneintreibung übergeht. Der Fokus verlagert sich dann auf die rasende Eifersucht von Maya’s Arbeitgeber.

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Anschließend geht es auf eine Party mit einem bizarren Cameo-Auftritt von Seal – und immer wieder auf eine erschreckende Menge an vermeintlich lustigen Tier-Szenen. Der Film vermeidet es größtenteils, das Misstrauen, die Machtansprüche und die instabile Dynamik von Sonnys Ehe wirklich zu erforschen. Stattdessen wird die Leere jeder emotionalen Reise durch das sich drehende Chaos gefüllt.

Eines der Highlights ist Ilia Isorelýs Paulino, der als anarchischer Uber-Fahrer für die meisten Lacher des Films sorgt. Aber abgesehen von diesen Lachern (sowie einem gut platzierten Gag nach einer Darbietung von Leonard Cohens „Hallelujah“), möchte man bei Me Time am liebsten gleich abschalten.

Fazit: Me Time nimmt eine interessante Familiendynamik und versteckt sie unter plumpen Witzen und abgedroschenen Stunts. Film Bewertung 4 / 10

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