"Operation Schwarze Krabbe" : Das schwache Drehbuch torpediert das Grundkonzept

"Operation Schwarze Krabbe" : Das schwache Drehbuch torpediert das Grundkonzept

Genre: Antikriegsfilm / Action | Produktion: Schweden 2022 | Laufzeit: ca. 110 Minuten | Regie: Adam Berg | Mit: Noomi Rapace, Stella Marcimain Klintberg, Aliette Opheim, Dar Salim, Jakob Oftebro u.a

Seit 18. März 2022 auf Netflix verfügbar


Inhalt: In einem post-apokalyptischen Schweden herrscht Krieg. Die Soldatin Caroline (Noomi Rapace) begibt sich mit fünf anderen Freiwilligen auf eine todesmutige Mission, bei der sie wertvolle Fracht hinter die feindlichen Linien über einen eisbedeckten Archipel transportiert. Alles in der Hoffnung, sie mit ihrer Tochter wieder zu vereinen, die ihr bei Ausbruch der Kämpfe weggenommen wurde.

© Netflix Films / Operation Schwarze Krabbe

Schwarze Krabbe beginnt mit einem Paukenschlag. Wir sitzen mit Caroline (Noomi Rapace) und ihrer Tochter Vanja (Stella Marcimain Klintberg) in einem Auto in einem Tunnel in Schweden, hören Radio und blicken auf eine Karaoke-Session zurück.

Als schweres Geschützfeuer ertönt, fangen die Leute an zu rennen, und Vanja wird von einer Gruppe von Soldaten mit schwarzen Sturmhauben entführt. Es ist eine erschreckende erste Szene, die eine Spannung erzeugt, welche der Rest des Films leider nicht mehr erreicht. Ein Schnitt später befinden wir uns in der Zukunft zu einer unbekannten Zeit, und Caroline ist Soldatin in einem Krieg gegen einen unbekannten „Feind“ (die einzige Art und Weise, wie die gegnerische Macht jemals bezeichnet wird).

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Von ihren Vorgesetzten wird sie zu einer sehr wichtigen Mission gerufen: Zusammen mit einem Team von fünf anderen Soldaten soll sie zwei mysteriöse, nicht zu öffnende Behälter zu einer Forschungsbasis transportieren. Das Schwierige daran? Man muss sich hinter die feindlichen Linien begeben und über einen riesigen, eisbedeckten Archipel Schlittschuhe laufen.

© Netflix Films / Operation Schwarze Krabbe

Eine Idee für ein Gemälde, die zum Film ausgebaut wurde

Das Problem bei Schwarze Krabbe ist, dass es sich eher wie eine Idee für ein Gemälde, anstatt einer vollständig ausgearbeiteten (Film) Geschichte, anfühlt: Soldaten, die über eine riesen Eisfläche laufen – die anschließend mit Charakteren, Schauplätzen und einer Handlung, durch die wir an diesen Ort gelangen sollen, ausgebaut wurde.

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So riskant die gefährliche Eiskulisse auch ist – und es gibt einige gut inszenierte prekäre Momente – der dazugehörige Film hält dem nicht stand. Die Charaktere sind blass (der wichtigste Charakterzug von Rapaces Protagonistin scheint einfach zu sein, dass sie Mutter ist), der Konflikt, in dem sie kämpfen, ist völlig unklar, und die kostbare Fracht, die als die eine Sache, die den Krieg beenden könnte, dargestellt wird, ist lächerlich simpel.

© Netflix Films / Operation Schwarze Krabbe

Das schwache Drehbuch torpediert das Grundkonzept

Die Handlung leidet unter dem Versuch, größere Themen einzubauen, vor allem im dritten Akt. So bleiben diese völlig unzureichend ausgearbeitet und führen zu völlig unnötigen letzten 20 Minuten. Rapace ist solide, wie immer.

Als Caroline hält sie dem Druck stand, ist den Männern um sie herum mehr als gewachsen und unternimmt rücksichtslos alles, was nötig ist, um ihre Tochter zurückzubringen. Sie gibt alles, was sie kann, um der Figur eine gewisse Bandbreite zu verleihen, und bleibt dabei auch unter einer seltsamen Perücke mit Korkenzieherlocken noch sehenswert.

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Das Regiedebüt von Adam Berg hat einige brillante Momente: Die Aufnahmen des Schlittschuh laufenden Teams – als Silhouetten vor den lodernden Explosionen des Stützpunkts, den sie hinter sich lassen – sind beeindruckend.

Eine Szene, in der sie auf das unter ihnen eingefrorene Grauen stoßen, ist ein echter Schlag in die Magengrube, und auch die Action-Einlagen sind allesamt effektiv. Doch das Drehbuch, an dem er mitgeschrieben hat und das auf einem Roman von Jerker Virdborg basiert, unterstützt das alles nicht.

Fazit: Gute Bilder alleine reichen leider nicht aus, um uns einen überdurchschnittlichen Antikriegsfilm zu liefern. Auch wenn das Grundkonzept solide umgesetzt wurde, sorgen der dünne Plot und seine belanglosen Charaktere für ein Filmerlebnis, das den Zuschauer so kalt lässt wie das Eis, auf dem seine Figuren dahinschlittern. Film Bewertung 5 / 10

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