"Resident Evil: Welcome to Raccoon City" fehlt es an filmischen Nervenkitzel

"Resident Evil: Welcome to Raccoon City" fehlt es an filmischen Nervenkitzel

Kinostart: 25 November 2021 | Genre: Horror/Action | Regie: Johannes Roberts | Mit: Kaya Scodelario, Hannah John-Kamen, Robbie Amell | Laufzeit: ca 107 Minuten | FSK: ab 16 Jahren


Inhalt: Als sich der Pharmariese Umbrella aus Raccoon City zurückzieht, zerfällt die kleine Stadt im Mittleren Westen in Armut und Verwahrlosung.

Doch damit nicht genug: Der Pharmakonzern hat einige dunkle Geheimnisse hinterlassen, die sowohl unter der Stadt als auch in der Wasserversorgung lauern. Und schon bald verwandeln sich die Bewohner in etwas sehr Gefährliches

© Constantin Film Verleih

Da die Zeiten der Action-lastigen Resident Evil-Filme von Paul W.S. Anderson vorbei sind, hat jetzt Johannes Roberts (47 Metres Down) das Vergnügen, die beliebte Spieleserie von Capcom zu realisieren. Roberts behauptet von sich, ein großer Fan der beiden Originalspiele zu sein ( ist auch erkennbar) – und lässt sich bei seinem Film stark vom Reboot von Resident Evil 2 (2019) inspirieren.

Das macht sich in den originalgetreuen Nachbildungen der Schauplätze von Raccoon City, einiger Handlungsstränge und Charaktere bezahlt. Sogar das Setting wirkt authentisch: Der Film spielt im Jahr 1998, was bedeutet, dass die 4 Non Blondes den Soundtrack beisteuern.

Doch trotz Roberts‘ offensichtlicher Leidenschaft für das Thema enttäuscht Welcome To Raccoon City auf mehreren Ebenen. Die Figuren sind zwar näher an ihren Archetypen aus dem Spiel, aber das bedeutet nicht, dass sie auch überzeugend sind.

Kaya Scodelario, Robbie Amell und Hannah John-Kamen sind mit Rollen behaftet, die Stereotypen aus dem ersten Teil sind und nur dazu dienen, die Handlung voranzutreiben, indem sie diejenigen, die einen Licker ( mutierter Zombie) nicht von Wesker (machthungriger Soziopath und Hauptantogonist) unterscheiden können, auf plumpe Art und Weise an der Nase herumführen.

Leon S. Kennedy (Avan Jogia) und Claire Redfield (Kaya Scodelario) in RESIDENT EVIL: WELCOME TO RACCOON CITY
Leon S. Kennedy (Avan Jogia) und Claire Redfield (Kaya Scodelario) in RESIDENT EVIL: WELCOME TO RACCOON CITY © Constantin Film Verleih

Lahmes Drehbuch und schlechte Effekte

Man könnte argumentieren, dass das auch ein Fehler des Ausgangsmaterials ist, aber das ist keine Entschuldigung für ein solch lahmes Drehbuch, das die Handlungen der Charaktere oft in den Bereich des Schmierentheaters drängt.

Das Ganze mag sich vielleicht wie ein Horrorfilm anfühlen, im Vergleich zum Blockbuster-Maßstab des Vorgängers. Doch leider sind gelungene Gruseleinlagen immer noch dünn gesät, zumal es zwar ein solides Angebot an funktionierenden Kreatureneffekten gibt (vor allem bei den ekelerregenden einheimischen Figuren).

Auf der anderen Seite gibt es einige schreckliche CGI-Beispiele, bei denen man sich fragt, ob der Film 1998 gedreht wurde und nicht nur in dieser Zeit spielt. Eingefleischte Fans werden vielleicht ihren Spaß daran haben, aber es ist unwahrscheinlich, dass das Ganze neue Freunde gewinnen wird. Angesichts dessen wäre es vielleicht am besten, sich eine neue Spieleserie zur Adaption zu suchen.

Fazit: Der neueste Besuch in Raccoon City fängt den Geist der ersten beiden Spiele ein, schafft es aber nicht, diesen in filmischen Nervenkitzel umzusetzen. „Reißt euch zusammen“, sagt eine Figur – das Gleiche könnte man über den gesamten Film sagen. Film Bewertung 4 / 10

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