Serien Kritik "Reacher" - Staffel 1

Serien Kritik "Reacher" - Staffel 1

Produktion: USA 2021 | Genre: Thriller / Action | Prime Video – 8 Episoden | Mit: Alan Ritchson, Malcom Goodwin, Willa Fitzgerald, Maria Sten u.a


Inhalt: Der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher (Ritchson) wird bei seiner Ankunft in Margrave, Georgia, für einen Mord verhaftet, den er nicht begangen hat.

Während er versucht, seine Unschuld zu beweisen, schließt er sich mit den örtlichen Polizisten Finlay (Goodwin) und Roscoe (Fitzgerald) zusammen, um eine kriminelle Verschwörung aufzudecken.

Die Reaktionen der Fans waren sehr heftig, als man Tom Cruise für die Rolle als Actionheld Jack Reacher ankündigte. Obwohl Cruise den ehemaligen Militärpolizisten, der zum Herumtreiber wurde, gut verkörperte, war er nicht der 1,98 m große, 114 Kilogramm schwere Muskelmann, der in den Romanen von Lee Child beschrieben wird.

Die achtteilige Staffel von Reacher, die auf Childs erstem Buch Killing Floor basiert, überzeugt mit der Besetzung von Alan Ritchson nicht nur in Bezug auf die Statur der titelgebenden Figur.

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Die physische Präsenz wird jedoch sofort deutlich. „Reacher hat nichts gesagt“ ist ein berühmter, immer wiederkehrender Satz aus Childs Büchern. Showrunner Nick Santora überträgt ihn so lange wie möglich auf den Bildschirm, indem Reacher in Margrave auftaucht, einen vermeintlichen Missbrauchstäter in die Schranken weist und verhaftet wird.

Das alles, ohne ein Wort zu sagen oder die Faust einzusetzen. Ritchson bringt die ruhige, unaufgeregte Art und die „Leg dich nicht mit mir an“-Einstellung wirkungsvoll rüber.

Richson als Jack Reacher
© Prime Video

Brutal und Blutig

Sobald der Zeitpunkt gekommen ist, an dem Reacher kräftig austeilt (oder einen Kopfstoß ausführt), ist das Ergebnis ausgesprochen brutal. Die beeindruckendste Schlägerei findet in einer knochentrockenen Gefängnisprügelei in Episode 1 statt.

Es ist ein wenig enttäuschend, dass kein anderes Scharmützel mit der komplizierten Choreographie dieser Szene mithalten kann, jedoch überzeugt auch eine Sequenz in einer späteren Episode ( Stichwort: Swimmingpool) und die Action bleibt durchgehend auf einem guten Niveau.

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Dabei ist Reacher nicht nur der schlagkräftigste, sondern auch der cleverste Mann im Raum. Das komplizierte Rätsel, das die Verbrecher von Margrave mit mysteriösen Transporten und „einer Menge Tierfutter“ verbindet, wird Reachers Intelligenz in den meisten Fällen gerecht.

Die Dynamik, die sich zwischen Reacher und den Polizisten Roscoe (Willa Fitzgerald) und Finlay (Malcolm Goodwin) entwickelt, während sie gemeinsam den Fall lösen, ist unterhaltsam. Die dreiste Vorgehensweise unseres Herumtreibers färbt langsam aber sicher auf das improvisierte Team ab. Es ist ein klein wenig enttäuschend, das Trio in der zweiten Hälfte der Staffel zu trennen.

Aber die Einführung von Frances Neagley (Maria Sten) – mit welcher Reacher eine gemeinsame Vergangenheit hat – sorgt für eine überzeugende und positive Stimmung.

Jack Reacher ( links ) wurde verhaftet und erhält einen Kaffee durch die Polizistin Roscoe
Jack Reacher (Ritchson links im Bild) wurde verhaftet und erhält einen Kaffee durch die Polizistin Roscoe (Willa Fitzgerald) © Prime Video

Im Finale geht Reacher die Puste aus

Noch frustrierender ist die Tatsache, dass es viel spannender ist, wenn Reacher uns über die Identität der Verschwörer im Ungewissen lässt. Sobald sie enttarnt sind, werden die Geschehnisse deutlich uninteressanter.

Als Reacher schließlich den Schurken entgegentritt, fehlt es an Spannung, was zu einem wenig überzeugenden Finale führ. Außerdem lehnt sich die Handlung an einige nervige Klischees an (z. B. die Jungfrau in Nöten, welche einen großen, starken Mann braucht, um sie zu retten), wodurch die Geschichte nicht unbedingt fesselnder wird.

Doch selbst wenn das Ende nicht ganz überzeugend ist, so lohnt es sich doch, die Reise anzutreten. Mit 26 (und mehr) Büchern ist die Geschichte von Jack Reacher auf dem Papier umfangreich und sehr beliebt. Allerdings gab es nur zwei Tom Cruise-Filme.

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Die Serie „Reacher“ hat zwischen all der Muskelkraft und der Intelligenz Zeit gefunden, einige Schichten des Helden zu enthüllen. Dies erfolgt sowohl durch die Beziehungen, die er in der Gegenwart knüpft, als auch durch verschiedene Rückblenden in seine Kindheit.

Das ist ein starkes Argument dafür, dass sich Childs Werke am besten in einer TV-Serie in Langfassung umsetzen lassen. Wir hoffen, dass dies nur der Anfang seiner Abenteuer auf dem Bildschirm ist.

Fazit: Die erste Staffel endet zwar nicht so stark, wie sie beginnt, aber Alan Ritchson zeigt die richtige Mischung aus schauspielerischem Können und physischer Präsenz, um Lee Childs Held erfolgreich zum Leben zu erwecken. Serien Bewertung 7 / 10

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