The Menu ist ein Spektakel, das auf eine ausgefallene Art und Weise Spaß macht, aber ohne zu viele Risiken einzugehen

The Menu ist ein Spektakel, das auf eine ausgefallene Art und Weise Spaß macht, aber ohne zu viele Risiken einzugehen

Genre: Horror / Komödie | Produktion: USA 2022 | Laufzeit: ca. 107 Minuten | Regie: Mark Mylod

Mit: Anya Taylor-Joy, Ralph Fiennes, Nicholas Hoult, Hong Chau, Janet McTeer, John Leguizamo, Aimee Carrero u.a


Inhalt: Für die frisch Verliebten Margot (Taylor-Joy) und Tyler (Hoult) gibt es bereits Ärger im Paradies, als sie an Bord einer Yacht zu einem geheimnisvollen Gourmetrestaurant fahren, das von dem zurückgezogen lebenden Julian Slowik (Fiennes) geführt wird, einem weltbekannten Chefkoch, der in Sachen Erlebnisgastronomie ganz vorne mit dabei ist.

Die Spannungen zwischen dem Paar – und den anderen wohlhabenden Gästen – verschärfen sich jedoch, als Slowiks bizarres, mehrgängiges Konzeptmenü unheilvolle Absichten offenbart.

© 20th Century Fox / The Walt Disney Company

The Menu von Mark Mylod beginnt wie eine Abrechnung mit der Überflussgesellschaft, bevor er sich in einen Genre-Thriller verwandelt, der sich zwischen herrlich albern und einfach nur herrlich bewegt. Es ist ein Thriller, der nie richtig mitreißend, aber spanend ist, und dabei gelegentlich überrascht. Angefangen bei der Art und Weise, wie die Hauptfiguren aufgrund des Szenarios in Konflikt mit ihrer Umgebung, mit sich selbst oder ihrer Begleitung geraten.

Tyler (Nicholas Hoult) ist ein eingefleischter Fan des Spitzenkochs Julian Slowik (Ralph Fiennes). Der enorme Preis ist für ihn kein Hindernis, als er die Gelegenheit erhält, das Hawthorne zu besuchen, das geheimnisvolle, nur für geladene Gäste zugängliche Restaurant des Kochs auf einer üppigen, abgelegenen Insel. Er ist begeistert, wenn auch zeitweise ein wenig aufgesetzt.

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Margot (Anya Taylor-Joy) hingegen scheut sich nicht, deutlich zu machen, wie unbeeindruckt sie von all dem Trara ist – von Hawthornes ausgefallener, moderner Einrichtung bis hin zu der gespenstisch maschinenartigen Oberköchin Elsa (Hong Chau), die sowohl als Ansprechpartnerin wie auch als Jüngerin fungiert. Hawthorne ist die Art von Etablissement, die von ihrem Personal pausenlosen Einsatz verlangt, und Mylod persifliert diese kultähnliche Küchendynamik durch amüsante Übertreibungen.

Am Set von The Menu
Am Set von The Menu © Searchlight Pictures / Disney

Fiennes erweist sich als magnetischer Faktor

Zu den anderen Gästen gehören ein älterer Herr, den Margot zu kennen scheint (Reed Birney), ein abgehalfterter Schauspieler, der versucht, Eindruck zu schinden (John Leguizamo), und eine strenge Gastrokritikerin (Janet McTeer). Sie alle können vom offenen Speisesaal aus die wie ein Uhrwerk funktionierende Restaurantküche überblicken.

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Jedes Mal, wenn Slowik in die Hände klatscht, zieht er die Aufmerksamkeit aller auf sich. Sowohl die Gäste als auch die Mitarbeiter hängen an jedem Wort von Fiennes, der leidenschaftlich den emotionalen Impuls hinter jedem einzelnen Gericht und seiner theatralischen Präsentation schildert.

Schon bald nehmen die Gänge makabre Wendungen, die für die Teilnehmer immer mehr zur persönlichen Angelegenheit werden. Während Fiennes sich als magnetischer Faktor erweist, macht diese Erzählstruktur leider alle anderen Figuren zu passiven Beobachtern der Handlung. Die Verwandlung des Films von einem gemächlichen Mysterium in eine wahren Horror-Thriller vollzieht sich mit Hilfe drastischer Zuspitzungen, die oft geradezu komödiantisch daherkommen.

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Die Inszenierung ist makellos, ähnlich wie bei einem gewöhnlichen prestigeträchtigen Drama, was eine amüsante Abwechslung zu den sich häufenden Absurditäten bietet. So schwärmt Slowik beispielsweise von seinen gewalthaltigen kulinarischen Schrecken und deren extravaganter Inszenierung und zwirbelt dabei praktisch einen unsichtbaren Schnurrbart.

 Slowik (Ralph Fiennes) erklärt Margot (Anya Taylor-Joy) sein ausgefallenes Gourmet-Konzept
(L-R) Slowik (Ralph Fiennes) erklärt Margot (Anya Taylor-Joy) sein ausgefallenes Gourmet-Konzept © Searchlight Pictures / Disney

The Menu ist frittierter Junk-Food, der als kulinarische Leckerbissen getarnt ist

Allerdings gelingt es The Menu nicht, seine philosophischen Überlegungen zu einem großen Ganzen werden zu lassen. Die sich entfaltende Handlung wirkt daher eher wie eine zufällige Zusammenstellung verschiedener Zutaten als wie eine Reihe von sorgfältig durchdachten Eskalationen. Das Ergebnis ist eine Spannung, die sich gerade dann auflöst, wenn sie ihren Höhepunkt erreichen sollte.

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Fiennes mag sich seiner Rolle mit der Finesse eines Hannibal Lecter nähern, aber The Menu ist selten mehr als Saw-Dinner-Theater – ein Spektakel, das auf eine ausgefallene Art und Weise Spaß macht, aber ohne zu viele Risiken einzugehen. Ironischerweise ist das eine Kardinalsünde, wenn man in der gehobenen Gastronomie arbeitet. Hier ist es nur unwesentlich leichter zu verzeihen.

Fazit: Die unverblümte Darstellung von absurder kulinarischer Grausamkeit in The Menu mag weder einfallsreich noch aufregend sein, aber der Film ist keineswegs langweilig. Es ist frittierter Junk-Food, der als kulinarische Leckerbissen getarnt ist. Das Ergebnis mag nicht vollständig sättigen, aber es wird ein zufriedenes Lächeln auf die Lippen zaubern.

Film Bewertung 7 / 10

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