Film Kritik: "Kings of Hollywood" verlässt sich zu sehr auf seine Star Besetzung

Film Kritik: "Kings of Hollywood" verlässt sich zu sehr auf seine Star Besetzung

Regie: Georg Gallo | Erschienen: Seit 11.11. 21 auf DVD, Blu-ray | Länge: 105 min | FSK: 12


Inhalt: Los Angeles, 1974: Max Barber (Robert DeNiro) ist Hollywood-Produzent mit Leib und Seele. Für seine geliebten Low-Budget-Filme würde der gewiefte Geschäftsführer der Miracle Motion Pictures alles tun.

Doch leider lässt der große Erfolg auf sich warten. Als sein letzter Film, den er gemeinsam mit seinem Neffen Walter (Zach Braff) produziert hat, von Fundamentalisten boykottiert wird, hat er ein Problem:  Sein Mafia-Finanzier Reggie Fontaine (Morgan Freeman) will das geliehene Geld zurück und stellt Max ein Ultimatum.

Die Filmproduzenten Barber und Creason haben einen Flopp nach dem anderen ins Kino gebracht, nun schulden sie dem Gangsterboss Reggie eine Menge Geld. Barber steht vor der Entscheidung sein Lebenswerk, ein Drehbuch das er unbedingt verfilmen will, an einen anderen Produzenten zu verkaufen, als bei dessen Dreh der Hauptdarsteller bei einem Stunt stirbt.

Der Produzent bekommt daraufhin die Versicherung ausbezahlt. Barber kommt auf die Idee das er auf diese Art und Weise auch schnell zu Geld kommen könnte. Er will ein Drehbuch verfilmen, das schon länger bei ihm rumliegt und einen Darsteller aus dem Altersheim casten der dann auf wundersame Art und Weise bei seinen Dreharbeiten zu Tode kommt. Die Rechnung hat er nicht mit Duke Montana gemacht, der gealterte Darsteller ist einfach nicht so leicht umzubringen wie gedacht.

Eine Besetzung, die dem Namen des Filmes eigentlich direkt gerecht wird, denn De Niro, Freeman und Lee Jones sind schon wahre Hollywood Größen.

© Telepool

Eine Film im Film Satire

Die Kritiken im Netz zerreißen den Film leider direkt und gehen auf die Einfallslosigkeit und platte Handlung ein. Das Filme übers Filme machen nicht neu sind und keine Zündende Idee bieten ist dem Zuschauer an dieser Stelle doch schon bewusst.

Kings of Hollywood ist eine Satire, die sich keinesfalls ernst nimmt und das hilft dem Film über einige Schwächen hinweg. Ein simpler Unterhaltungsfilm, der zumindest in der ersten Hilfe einige lustige Ideen zu bieten hat, die ganz charmant rüberkommen: Die Versuche Duke Montana das Leben zu nehmen und dabei jedes Mal zusehen zu müssen, wie der gealterte Darsteller sich immer wieder aus der Situation retten kann, um dann eine noch brillantere Darstellung für die Kamera bieten zu können, ist herrlich.

Genauso Spaß macht auch die ganze Kulisse und die ziemlich abgefuckte Art wie Barber Filme macht. In einer Szene steht der Sicherheitsbeauftragte neben Brander und will nochmal mit quatschen, doch wird abgewiesen und auf später vertröstet. Auch wenn das auf sehr zugespitzte Art und Weise dargestellt wird erinnert uns gerade diese Situation an den ein oder anderen Unfall an Filmsets wieder. Nicht zuletzt an den tödlichen Schuss den Alec Baldwin aus einer umgebauten Filmpistole abfeuerte. Auch bei vielen anderen Szenen, die das Filmemachen widerspiegeln findet man doch irgendwo einen wahren Kern wieder.

An anderen Stellen, wenn man beachtet wie viel Geld Barber aufgetrieben hat, um den „Film“ herzustellen der ihn die Versicherungssumme eintreiben soll, weiß man das man sogar in Deutschland, dass man mehr Geld benötigen würde um einen Film in der Größenordnung zu drehen.

© Telepool

Kurzweilige Unterhaltung ohne echten Höhepunkt

Am Ende wird der Zuschauer recht schnell abgefrühstückt und einen wirklichen Höhepunkt gibt es nicht. Fast scheint es als wäre das Drehbuch gerade an seinem besten Punkt gewesen, als den Schreibern die Idee ausging wie
man es zu Ende führen könnte.

So bricht der Film schon fast abrupt ab und kommt zu einem sehr schnulzigen – für den Film nicht wirklich passenden Ende. Das nimmt den Film auch leider den vorher aufgebauten Charme. Wo er sich vorher so gar nicht ernstnahm und alles auf die Spitze trieb, schlägt er hier leider einfach nur flach auf dem Boden auf.

Dabei ist der Film definitiv eine kurzweilige Unterhaltungskomödie geworden, die doch auf die Dauer des Filmes funktioniert und vor allem durch die grandiose Besetzung wirkt. Leider im Gegensatz zu dem Film im Film kein Meisterwerk und wer sich gut genug in der Filmwelt auskennt wird eventuell verärgert sein über die doch sehr simple Darstellung wie ein Film entsteht.

Aber lässt man dies außer Acht hat der Film das richtige Tempo und eine lustige Grundidee, die doch zeitweise auch gut funktioniert. Tommy Lee Jones ist einfach Gold wert und De Niro kratzt auch aus der sehr einfach geschriebenen Figur mit seinem hinterhältigen Grinsen immer wieder einen Lacher raus.

Fazit: Vielleicht stützt sich der Film hier auch zu sehr auf seine Besetzung die ihn doch größtenteils rettet. Vielleicht sollte es aber auch nur ein kurzweiliges Vergnügen sein, damit hat der Regisseur auf jeden Fall alle Erwartungen gedeckt. Film Bewertung 5 / 10


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