Run | 2020 | Thriller | Film Kritik

Run | 2020 | Thriller |  Film Kritik

Regie: Aneesh Chaganty
Erschienen: 15. Januar 2021 auf DVD
Länge: 90 min
FSK: 16


Story:

Diane hat ihre 17-jährige Tochter Chloe bislang in völliger Isolation auf dem Land großgezogen und jeden Schritt, den sie seit ihrer Geburt gemacht hat, kontrolliert. Doch als Chloe beginnt, allmählich flügge zu werden und sich um ein College-Platz bewirbt, bekommt die unnatürlich enge Verbundenheit zwischen Diane und ihr immer beängstigendere Züge.

Als Chloe zudem herausfindet, dass ihre Mutter viele Geheimnisse vor ihr hat, droht die Lage zu eskalieren.

RUN ist ab 15. Januar 2021 als DVD, Blu-ray und digital erhältlich! 


©Leonine Film Distribution

Film Kritik:

von Nicola Scholz

Chloe sitzt seit ihrer Geburt im Rollstuhl und muss aufgrund verschiedener Krankheiten eine ganze Menge Medikamente zu sich nehmen. Zudem hat sie noch nie eine normale Schule besucht, ihre Mutter findet es sicherer, sie von zu Hause zu unterrichten.

Das macht Chloe nichts aus, denn ihre Mutter kümmert sich fürsorglich um sie. Doch dann bringt ihre Mutter neue Tabletten mit nach Hause, auf denen nicht Chloes Name, sondern der ihrer Mutter steht. Chloe entdeckt auch, dass sich das Etikett der Tabletten abziehen lässt und darunter ein altes vergilbtes Etikett zum Vorschein kommt. Nun will sie unbedingt herausfinden, was das für Medikamente sind, die sie nimmt.

Das erweist sich jedoch als außerordentlich schwierig, denn Chloe hat weder ein Handy, noch hat sie Zugang zum Internet. Doch Chloe hat sich bisher durch jede Situation geschlagen, und so schmiedet sie einen Plan, um herauszufinden, warum ihre Mutter ihr Medikamente verabreicht, von denen sie nicht einmal weiß, wofür diese sind.


Run Thriller mit Sarah Paulson
Wie weit darf Mutterliebe gehen? Sarah Paulson ist überragend in Run. ©Leonine Film Distribution

Ein nervenzerreißender Suspense Thriller, der sich von der ersten Sekunde an Intensität nur noch steigert, bis er in einem immer auswegloseren Zustand mündet. Er erinnert in der Thematik an “The Act”, obwohl in der Auflösung nichts in diese Richtung hindeutet. Doch fast schon wie ein Horrorfilm geht “Run“ sehr schnell an die Substanz und spannt die eigenen Nerven bis ins Unermessliche.

Selbst wenn man den Twist schnell erahnt, versetzt das dem Ganzen keinen Spannungsabbruch, im Gegenteil, man scheint noch mehr in der Geschichte gefangen zu sein und in die düsteren Abgründe abzutauchen und so hat man das Gefühl, in einer Achterbahn zu sitzen, die von 0 auf 100 beschleunigt und in welcher man nach jeder Kurve angst hat, aus der Bahn geworfen zu werden.

Die Umstände, in welchen sich Chloe befindet, erleichtert es ihr nicht ihre Nachforschungen zu betreiben und anders als in “The Act” kann Chloe nicht mal eben aus ihrem Rollstuhl aufstehen, um mit eigener Kraft Dinge zu erledigen, die sie gerne erledigen wollen würde. Und so muss man tatenlos zusehen, wie sie sich immer wieder in Gefahr begibt.


©Leonine Film Distribution

Der Regisseur steckte auch schon hinter dem spannenden Thriller “Searching”, wo aus einer sehr interessanten Perspektive die Suche eines Vaters nach seiner Tochter über bestimmte Social Media Plattformen erzählt wird. Eine spannende Perspektive nehmen wir bei “Run” nicht ein.

Aber die Einschränkung Chloes schränkt auch uns ein und was für Menschen mit zwei gesunden Beinen ganz verständlich erscheint, wird hier zum Kraftakt einer starken Frau.

Und auch das dient dem Film als besonderer Spannungsfaktor: Fast schon kammerspielartig befinden wir uns fast ausschließlich in dem Haus von Chloe und ihrer Mutter. Und so wird nicht nur die Tiefe der Beziehung der beiden schnell aber auch eindringlich erzählt, sondern auch die Bedeutung der Abhängigkeit zum Thema gemacht.


Run ab 15. Januar las DvD und Digital
©Leonine Film Distribution

Zwei Frauen, die so intensiv ihre Rollen verkörpern, das man vor beiden fast schon Angst bekommt und nicht weiß zu was sie im nächsten Schritt in der Lage wären. Und wenn das Kammerspiel in wenigen Szenen unterbrochen wird, gibt es auch hier kein Abfall der Spannungskurve, die Szenen wirken eher wie Spiritus auf Feuer.

Explosionsartig hat man kaum noch Luft zum Atmen so sehr fiebert man mit. Und da ist man schon fast erleichtert, wenn der Film nach gerade Mal 90 Minuten, die sich noch viel kürzer anfühlen, oder auch länger, je nachdem, wie sehr man geschwitzt hat, endet.


Ab 15. Jnauar kommt Run als DVD und Blu Ray
RUN ist ab 15. Januar 2021 als DVD, Blu-ray und digital erhältlich! ©Leonine Film Distribution

Fazit: Wenn auch kein neuer Geniestreich, so ist “Run” doch ein außerordentlich spannender Film von dem man keine Sekunde lang die Augen wenden kann. Und auch die Besetzung steuert dazu bei, dass man 90 Minuten lang dem Schauspiel folgt und nicht herausgerissen wird. Vor allem Newcomerin Kiera Allen beweist in jeder einzelnen Szene ein intensives Spiel.

Auch im wahren Leben ist die Darstellerin an einen Rollstuhl gefesselt, was ihrer ganzen Rolle eine starke Authentizität verleiht. Zwar bedient sich Chaganty den einfachsten Mitteln der Spannungserzählung und setzt somit zum Beispiel schnelle harte Schnitte, um einen Rhythmus aufzubauen, der einen fesselt, dennoch ist es am Ende nur ein Element, um die Geschichte zu erzählen, welche beweist, dass Nervenkitzel nicht schöner sein könnte und etwas Unterhaltung noch niemandem geschadet hat.


Wertung: 8 / 10


©Leonine Film Distribution / Ascot Elite

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