"13 Minutes - Jede Sekunde zählt" verschenkt sein Potenzial

"13 Minutes - Jede Sekunde zählt" verschenkt sein Potenzial

Genre: Action / Drama | Produktion: USA 2021 | Laufzeit: ca. 108 Minuten | Regie: Lindsay Gossling Mit: Amy Smart, Thora Birch, Trace Adkins, Anne Heche u.v.a.

Seit 7. April 2022 als Blu-ray, DVD und Digital erhältlich


Inhalt: Für die Bewohner der Kleinstadt Minninnewah beginnt der Tag wie jeder andere auch. Es ist Frühling und große Stürme gehören zum Leben einfach dazu. Nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste… bis heute. Denn plötzlich zählt jede Sekunde.

Ihnen bleiben nur 13 Minuten, um sich in Sicherheit zu bringen, bevor der größte Tornado aller Zeiten die Stadt verwüstet und sie auf der Suche nach ihren Angehörigen um ihr Leben kämpfen müssen.

© Euro Video

In einer kleinen Stadt in den Heartlands zieht ein Sturm auf. Doch in dieser Gegend ist man Stürme gewohnt, weswegen niemand dem Wetter Beachtung schenkt.

Einige der Einwohner haben ein akutes persönliche Gefühlschaos. Maddy ist schwanger von jemanden aus dem Nachbarort, der aber möchte, dass sie abtreibt. Kim ist als Wetterreporterin vor Ort, um von dem Jahrhundertsturm zu berichten. Luke hat einen festen Freund, möchte seinen Eltern aber nicht erzählen dass er Homosexuell ist. Und während der Sturm immer näher rückt, wird der Ernst der Lage deutlicher.

„The North Sea“ bietet mehr Glaubwürdigkeit als die Katastrophenfilme der letzten Jahre

Doch schaffen die Einwohner der Kleinstadt es noch, sich rechtzeitig zu retten, oder haben sich ihre persönlichen Laster ihnen zu sehr in den Weg gestellt? Während der Tornado über die Stadt hinwegfegt, müssen die Einwohner feststellen, dass Zusammenhalt sie stärker macht.

Obwohl im Action-Genre einsortiert, ist „13 Minutes“ vielmehr ein Drama, in dem es weniger um den Sturm geht als um die persönlichen Probleme der Einwohner der Kleinstadt. Gossling, die hier mit ihrem ersten Film aufwartet, versucht in dem Chaos des heranziehenden Tornados, noch schnell Geschichten zu erzählen, die Serienstrukturen wie Grey’s Anatomy ähneln.

13 Minutes - Jede Sekunde zählt Blu-ray Cover
© Euro Video

Wenn der Sturm zur Nebensache wird

Hier allerdings hat man kaum Zeit, die Figuren ernsthaft kennenzulernen, um mit ihnen mitzufiebern, bevor der Sturm die Handlung zerreißt. Leider sind die Effekte, welche einen wichtigen Bestandteil des Filmes ausmachen sollten, so gut wie die Effekte in den meisten Filmen, die bei Tele5 im Programm laufen.

Wenn man die kitschigen und albernen Geschichten der Bewohner nicht schon platt genug fand, dann spätestens die heraufziehenden Winde und das Gebläse eines ausgewachsenen CGI-Sturms.

Wobei der Ansatz, die Erzählung nicht nur auf den Jahrhundert-Sturm zu stützen, sondern zu versuchen, aus dem Action-Genre mehr zu machen, als es sonst zu bieten hat, sehr lobenswert ist.

Es ist ein Drama, das sich mit vielen Einzelschicksalen befasst und mit dem alltäglichen Leben der Bewohner der Kleinstadt. Dabei ist allein die Geschichte von Maddy in den meisten Teenager-Dramen, wie zum Beispiel in „Juno“, schon besser erzählt worden. Hier wird die Geschichte nebenbei herunter gerattert und dank der Logiklücken hat man zumindest seinen Spaß daran festzustellen, was in diesem Erzählstrang nicht funktioniert.

„Anatomie eines Skandals“ ist eine scharfsinnige und zeitgemäße Drama-Serie

Aber leider bieten auch die anderen Erzählstränge keine tiefergehende Handlung oder Charaktere, sondern bleiben oberflächlich und einfach. Das willkürlich herannahende Ende des Filmes erinnert an eine Episode einer Daily Soap. Man versucht, die Charaktere zusammenzuführen und den Sturm nebensächlich wirken zu lassen, selbst wenn dieser die komplette Kleinstadt zerlegt hat.

Es bleibt ein fader Beigeschmack

Gerade durch die Verwüstung des Ahrtals 2021 wissen wir, wie schrecklich Naturkatastrophen sein können und wie viel Leid sie mit sich bringen. Dieses Leid hier so einfach und unbekümmert wirken zu lassen, gibt dem Film einen faden Beigeschmack. Dabei hätte er Potenzial gehabt, wenn die Geschichten rund um die Katastrophe realistischer und nahbarer erzählt worden wären.

Dann hätte man tatsächlich ein Zeichen setzen können für all die Opfer der Naturkatastrophen der letzten Jahre. So ist es leider nur ein Stück Desperate Housewives oder Grey’s Anatomy, welche zwar mehr der Unterhaltung dienen, es jedoch eher schaffen, ein Gefühl für die eigenen Charaktere und deren Leid zu entwickeln, als Gosslings Werk es hier tut.

Fazit: Leider ein absoluter Griff in den CGI-Mülleimer und auch bei den Darstellern sieht es nicht besser aus. Da schau ich dann lieber einen Roland Emmerich Film, der bietet zumindest eines ganz sicher: Action und Unterhaltung. Film Bewertung 3 / 10

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.