Berlinale 2022 Film Kritik: "Flux Gourmet"

Berlinale 2022 Film Kritik: "Flux Gourmet"

Genre: Satire / Komödie | Produktion: Vereinigtes Königreich / USA / Ungarn 2022 | Laufzeit: ca. 111 Minuten | Regie: Peter Strickland | Weltpremiere bei der Berlinale (Fr 11.02.22 )

Mit: Asa Butterfield, Gwendoline Christie, Ariane Labed, Fatma Mohamed, Makis Papadimitriou


Inhalt: Schauplatz von Peter Stricklands fünftem Spielfilm ist eine Kunstresidenz, das Sonic Catering Institute, dessen schöngeistiger Leiter ein kulinarisches Kollektiv eingeladen hat, für vier Wochen sein „Sonic Catering“ zu performen.

Ebenfalls vor Ort ist ein griechischer Schriftsteller, der darüber berichten soll. Als er unter Verstopfung zu leiden beginnt, empfiehlt ihm der Institutsarzt sarkastisch, „das Essen seine Medizin sein zu lassen“.

© Flux Gourmet, Bankside Films, IFC Productions I One Media


„Jeder Tag im Sonic Catering Institute beginnt mit einem Spaziergang im Park.“ Das Sonic Catering Institut ist eine Residenz für künstlerisches Schaffen. Die Leiterin dieses Institutes hat ein kulinarisches Kollektiv zu sich eingeladen, welches in ihren Räumen, mit ihrer Hilfe, über vier Wochen hinweg ihre Tour entwickeln soll.

Ein griechischer Schriftsteller begleitet die Gruppe, um darüber zu schreiben. Dieser Schriftsteller ist es auch, welcher unter Magen Darm Problemen leidet und von dem Doktor des Institutes gründlich unter die Lupe genommen wird.

Während das Kollektiv mit der Leiterin des Institutes und ihren Vorstellungen aneinanderstößt, sowie mit einer anderen Kunst Gruppe, kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen bis hin zur möglichen Auflösung des Kollektives. Die abendlichen gemeinsamen Essen sind geprägt von den Reden der Teilnehmer, die morgendlichen Runden durch die Gärten, von Schweigen.

Ariane Labed © Flux Gourmet, Bankside Films, IFC Productions I
Ariane Labed © Flux Gourmet, Bankside Films, IFC Productions I

Wirres Kunstwerk und viel Theater

Flux Gourmet der bei der 72. Berlinale seine Weltpremiere feiert scheint auf den ersten Blick eine schräge blutige Komödie zu sein, welches sich aber schnell als wirres Kunstwerk entpuppt, dass nicht wirklich weiß was es darstellen möchte. Die sehr Kunst lastige Geschichte erscheint, wie ein Gemälde, das man, egal wie lange man davorsteht, einfach nicht begreifen kann.

Die Theater ähnlichen Szenen, die immer wieder im Film auftauchen wirken durch ihre skurrile Darbietung wie eine Independent Theateraufühurng in welchem Darsteller nackt über die Bühne rennen, während sie sich mit Ketchup beschmieren. Da muss man der richtige Zuschauer für sein, um das 111 Minuten ertragen zu können, wenn man nicht gerade zu denen zählt die immer wieder einen Blick auf die Uhr werfen, da sich das wortwörtliche Theater eine ganze Weile zieht.

Auch interessant: Berlinale 2022 Film Kritik „AEIOU – Das Alphabet der Liebe“

Es scheint nicht viel zu passieren in diesem Handlungsstrang, immer wieder sehen wir das Kollektiv über Pfannen und Töpfen stehen, an einem Mischpult herumwerkeln, welches genauso wirr scheint wie die Darsteller selbst. Dabei sind es die Darsteller selbst, welche als einzige Lichtblicke in dem ganzen Chaos funktionieren. Wieso diese aber in die außergewöhnlich schrägen Rollen schlüpfen wollten um zwischen Blut, nackten Körpern und Essen, das ganz sicher niemand mehr zu sich nehmen will, zu agieren, bleibt genauso unbeantwortet wie das seltsame Ende.

Gwendoline Christie, welche wir aus Game of Thrones kennen, ist hier äußerst damenhaft gekleidet und spielt die Leiterin des Institutes mit so viel Hingabe, während sie in den schrecklichen Kostümen teilweise sogar lächerlich wirkt.

(L-R) Gwendoline Christie, Asa Butterfield © Flux Gourmet, Bankside Films, IFC Productions I
(L-R) Gwendoline Christie, Asa Butterfield © Flux Gourmet, Bankside Films, IFC Productions I

Unglaubwürdige Romanze und eine Portion Ekel

Asa Butterfield, der stillste der ganzen Gruppe, dessen Haare fast die ganze Zeit sein Gesicht verdecken, spielt, wie man es von ihm kennt, schüchtern, zurückhaltend, aber einfach liebenswert. Zwischen ihm und der Leiterin des Institutes entwickelt sich im Laufe der Geschichte eine Romanze, die man den beiden jedoch nicht einmal abkauft.

Die künstlerische Welt, die sich auch in den sehr ausgewählten Kleidern und Frisuren zeigt, funktioniert dafür ebenso wenig wie die nicht verständliche Handlung. Ein Film den man erst dann ein wenig zu begreifen beginnt, wenn man die Geschichte des Regisseur Peter Strickland kennt.

Auch interessant: Berlinale 2022 Film Kritik „Der Passfälscher“

Dieser gründete The Sonic Catering Band, mit welcher er kulinarische Klanglandschaften erschuf. Der Film mag also einen Teil seiner Schaffenswelt widerspiegeln, eventuell auch einige seiner Erfahrungen mit Konsum und Lebensmittelunverträglichkeiten.

Fazit: Wieso man aber daraus einen Film wie diesen auf die Leinwand bringen muss bleibt als rhetorische Frage leider offen. Flux Gourmet ist damit einfach nur ein wirres Kunstwerk, das leider einfach nicht weiß, was es sein will, außer besonders eklig und überhaupt nicht komisch. Film Bewertung 2 / 10

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.