"Die Gangster Gang" überzeugt als bissige Komödie mit witzigen, visuellen Elementen

"Die Gangster Gang" überzeugt als bissige Komödie mit witzigen, visuellen Elementen

Genre: Abenteuer/Komödie | Produktion: USA 2021 | Laufzeit: ca. 100 Minuten | Regie: Pierre Perifel

Mit: Sam Rockwell, Richard Ayoade, Awkwafina, Anthony Ramos, Zazie Beetz u.a


Inhalt: Eine Bande krimineller Tiere, bekannt als die Gangster Gang, angeführt von dem redegewandten Mr. Wolf (Sam Rockwell), hat sich mit spektakulären Banküberfällen einen Namen gemacht. Als ein Raubüberfall schief geht, bietet ein Meerschweinchen namens Professor Rupert Marmalade (Richard Ayoade) an, der Bande zu helfen, ihr Verhalten für immer zu ändern.

Es ist offensichtlich, dass wir die seismischen, branchenweiten Auswirkungen, die Spiderman: Into The Spider-Verse ausgelöst hat, erst jetzt sehen. Seit dem Kinostart von Spider-Man: Into the Spider-Verse im Jahr 2018 hat Hollywood gelernt, mutiger, verrückter und experimenteller zu sein.

Die Gangster Gang ist kein Spider-Verse, aber ein faszinierendes Beispiel dafür, wie ein großes Studio (in diesem Fall DreamWorks) einige gewagte kreative Entscheidungen getroffen hat, die es vielleicht noch ein paar Jahre zuvor nicht getroffen hätte.

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Die erste und offensichtlichste Entscheidung ist der Animationsstil: Wie schon bei Spider-Verse oder The Mitchells Vs The Machines wählt Die Gangster Gang einen schönen 3D-Ansatz mit 2D-Flair und setzt auf Stilisierung statt auf Realismus.

Das verleiht dem Film einen handwerklicheren Look als der plastikhafte Anstrich von CG-Standardkost. Im Gegensatz zu den Animationsfilmen, die oftmals aus der Produktionsmaschine Hollywoods stammen, wirkt dies wie eine bewusste Inszenierung.

Die Gangster Gang
(L-R) Piranha (Anthony Ramos), Snake (Marc Maron) und Shark (Craig Robinson) © Dreamworks Animation

Charakterliche Ästetik reicht nicht aus

Angesichts der reichhaltigen und charakteristischen Ästhetik ist es eine Schande, dass die Handlung und die Charaktere etwas dünn geraten sind. Der Film spielt natürlich mit den Mustern des Heist-Movie.

Es gibt einen fetzigen Score von Daniel Pemberton und Standbildaufnahmen, die die pelzigen Darsteller vorstellen. Aber im Grunde handelt es sich um eine recht simple Geschichte (nach den gleichnamigen Kinderbüchern von Aaron Blabey), die einige recht einfache Lektionen enthält. Die Bösen lernen, wie sie zu Guten werden können – das ist alles.

In diesem Zusammenhang wimmelt es nur so von Einflüssen aus der jüngeren Vergangenheit. Die sprechenden Tiere aus Zootropolis, die Selbsthilfegruppe der Bösewichte aus Ralph reichts – es fällt schwer, nicht das Gefühl zu haben, dass dieser Film ein wenig abgekupfert ist.

Die Gangster Gang
(L-R): Mr. Shark (Craig Robinson), Mr. Piranha (Anthony Ramos), Mr. Snake (Marc Maron), Mr. Wolf (Sam Rockwell), und Ms. Tarantula (Awkwafina) © Dreamworks Animation

Ein Universum mit witzigen, visuellen Elementen

Im Unterschied zu diesen Filmen, die klar definierte Regeln innerhalb des Universums hatten, wird nie zufriedenstellend erforscht, warum unsere Antihelden in einer Welt leben, in der sich Menschen und sprechende Tiere vermischen. Die offensichtlichen Gründe hierfür sind, dass sich der Film an ein jüngeres Zielpublikum richtet.

Dennoch ist es ein Universum, das einige wirklich witzige visuelle Elemente hervorbringt: eine Armee hypnotisierter Meerschweinchen zum Beispiel, oder der Piranha, der furzt, wenn er lügt, oder die Schlange, die gezwungen ist, wirkungslos Handschellen am Hals zu tragen. Die Animationen der Figuren sind flott und amüsant, sie machen nur selten eine Atempause und bieten Humor in winzigen Details.

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Auch die Synchronsprecher machen ihre Sache gut – allen voran Sam Rockwell als Bandenchef Mr. Wolf, der seine Rolle in der Aufnahmekabine mühelos cool und angenehm authentisch spielt. Die Gangster Gang wird keinen seismischen, branchenweiten Effekt auf den Animationsbereich haben, aber das gelingt nur wenigen. Und wenn es das ist, was die großen Studios jetzt herausbringen werden, ist das ein gutes Zeichen.

Fazit: Mit einigen wunderschön stilisierten Animationen und bissiger Komödie, die das etwas schwache Storytelling wettmachen, ist Die Gangster Gang… gar nicht mal so übel. Film Bewertung 6 / 10

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