"Rot" ist ein Pixar - Monster, dass man einfach lieben muss

"Rot" ist ein Pixar - Monster, dass man einfach lieben muss

Genre: Animation | Produktion: USA 2021 | Laufzeit: ca. 100 Minuten | Regie: Domee Shi

Mit: Rosalie Chiang, Ava Morse, Maitreyi Ramakrishnan, Hyein Park, Sandra Oh u.a


Inhalt: Toronto, 2002. Meilin (Chiang) ist eine selbstbewusste und zufriedene 13-Jährige mit guten Noten, tollen Freunden und einer liebevollen Beziehung zu ihrer Mutter (Oh) und ihrem Vater (Lee). Doch schon bald beginnen körperliche Veränderungen: Wenn sie sich überfordert oder überreizt fühlt, verwandelt sich Mei in einen riesigen, flauschigen roten Panda.

In vielerlei Hinsicht geht es in Pixars Rot – dem Langfilmdebüt von Domee Shi, der Regisseurin des Oscar-gekrönten Kurzfilms Bao – vor allem darum, eine neue Identität zu finden. Die chinesisch-kanadische Fast-Teenagerin Meilin (Rosalie Chiang), auch bekannt als Mei, hat von Anfang an ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein.

Sie ist eine unverschämt trottelige Schülerin, die es liebt, Flöte zu spielen, ihr Tamagotchi zu füttern und der Boyband 4*Town nachzutrauern (Beispielsong: „Girl, I Love Your Jeans“). Doch als die Pubertät – und eine zusätzliche Veränderung im spirituellen Bereich – Einzug hält, verändert sie sich; ein Teil der alten Mei bleibt zurück, aber die neue Mei ist eine Sensation. Auch für Pixar bietet der Film von Shi eine neue Identität.

Ausnahmsweise ist dies kein Buddy-Movie. Es ist auch kein Abenteuerfilm, sondern eine Coming-of-Age-Geschichte, die von Anfang bis Ende konsequent durchgezogen wird. Die Filmmusik von Ludwig Göransson dröhnt und pulsiert, wie es nur ein Ludwig-Soundtrack kann.

DAS LEBEN IST GUT - In Disneys und Pixars brandneuem Spielfilm "Rot" ist die 13-jährige Meilin Lee glücklich mit ihren Freunden, der Schule und, nun ja, meistens auch mit ihrer Familie - bis zu dem Tag, an dem sie anfängt, sich zu äußerst unpassenden Zeiten in einen riesigen roten Panda zu "verwandeln".
DAS LEBEN IST GUT – In Disneys und Pixars brandneuem Spielfilm „Rot“ ist die 13-jährige Meilin Lee glücklich mit ihren Freunden, der Schule und, nun ja, meistens auch mit ihrer Familie – bis zu dem Tag, an dem sie anfängt, sich zu äußerst unpassenden Zeiten in einen riesigen roten Panda zu „verwandeln“. © 2021 Disney/Pixar. Alle Rechte vorbehalten.

Vom Wonneproppen zum Hormonmonster

Und der ausgeprägte visuelle Stil – mit den animeartigen Szenen, den Emoji-Reaktionen mit Gesichtsfilter und dem trotzigen pastellrosa Glanz der Tween-Girls – bedeutet, dass der Film anders aussieht als alles, was das Studio bisher gemacht hat.

Im Mittelpunkt von Rot dreht sich nicht nur alles um Meis Erlebnisse und Emotionen, denn der gesamte Film fühlt sich an, als wäre er durch ihre Persönlichkeit gefiltert: überschwänglich, energiegeladen und unwiderstehlich. In typischer Pixar-Manier bietet die Prämisse von Rot wie von selbst eine Einfachheit und einen wilden Einfallsreichtum.

Irgendwo zwischen Eighth Grade, Der Unglaubliche Hulk und Scott Pilgrim angesiedelt, wird Meis innere Wandlung zu einer Allegorie für körperliche Veränderungen und sich entwickelnde zwischenmenschliche Beziehungen.

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So wird sie über Nacht vom elterlichen Wonneproppen zum wortwörtlich tobenden Hormonmonster. Sobald sich ihre gesteigerten Gefühle von Verlegenheit, Freude und Wut manifestieren, verwandelt sie sich in einen riesigen roten Panda.

Bei all den Metaphern, die hier im Spiel sind, schreckt Shi auch nicht vor den tatsächlichen Gegebenheiten des Teenagerdaseins zurück. Dies geschieht mit einer Offenheit, die in jedem Film erfrischend wäre, ganz zu schweigen von einem Pixar-Film.

So versteckt sich Mei während ihrer ersten Verwandlung im Badezimmer, wo ihre Mutter Ming (Sandra Oh) ihr Damenbinden reicht, da sie annimmt, dass „die rote Pfingstrose“ geblüht hat.

RIESENPROBLEM - In Disneys und Pixars neuem Originalfilm "Turning Red" verwandelt sich die 13-jährige Mei Lee in einen riesigen Panda, wenn sie sich zu sehr aufregt (was bei einem Teenager praktisch IMMER der Fall ist). Mit Rosalie Chiang als Stimme von Mei Lee, kommt "Rot" direkt zu Disney+
RIESENPROBLEM – In Disneys und Pixars neuem Originalfilm „Turning Red“ verwandelt sich die 13-jährige Mei Lee in einen riesigen Panda, wenn sie sich zu sehr aufregt (was bei einem Teenager praktisch IMMER der Fall ist). Mit Rosalie Chiang als Stimme von Mei Lee, kommt „Rot“ direkt zu Disney+ © 2021 Disney/Pixar. Alle Rechte vorbehalten.

Kaiju-Schlacht, Popmusik und Emotionen

Rot ist nicht nur sehr direkt, sondern oft auch unerwartet. Bei den meisten Erzählungen dieser Geschichte würde Mei versuchen, den Panda geheim zu halten. Stattdessen geht es in Shis Film eher darum, wie Mei sich entscheidet, diese neue Seite an sich selbst zu akzeptieren.

Sie untersucht, wie sich das auf ihre Beziehung zu ihrer Mutter und ihrem Freundinnen-Trio Miriam (Ava Morse), Priya (Maitreyi Ramakrishnan) und Abby (Hyein Park – eine komödiantische Glanzleistung) auswirkt. Verglichen mit der rasanten ersten halben Stunde zieht sich der mittlere Akt von Rot ein wenig in die Länge, doch das außergewöhnliche Finale bietet eine exquisite Mischung aus Spektakel und Emotion.

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Während eine kaiju-Schlacht auf dem Höhepunkt eines Popkonzerts (mit Songs aus der Feder von Billie Eilish und Finneas, die an die frühen 00er-Jahre erinnern) echten Nervenkitzel bietet, sind die Momente, die am längsten nachklingen, die emotional aufgeladenen Gespräche und ruhigeren persönlichen Erkenntnisse.

Jenseits des wuchtigen Äußeren ist das Finale letztlich ein Dialog zwischen Generationen asiatischer Frauen, der zeigt, dass die Kräfte der familiären Liebe, der Selbstakzeptanz und der Schicksalserfüllung genauso stark sind wie jede Boyband-Hymne. Lang lebe das neue Pixar.

Fazit: Ein mutiges, unverwechselbares und geradezu erfreuliches Debüt von Domee Shi, und ein willkommener Tempowechsel bei Pixar. Rot ist, wie es sich gehört, ein ganz eigenes Monster – und eines, das man einfach lieben muss. Film Bewertung 7 / 10

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