Samaritan wirkt als Superhelden-Film etwas aus der Zeit gefallen

Samaritan wirkt als Superhelden-Film etwas aus der Zeit gefallen

Genre: Action / Fantasy | Produktion: USA 2022 | Laufzeit: ca. 99 Minuten | Regie: Julius Avery |

Mit: Sylvester Stallone, Javon Walton u.a | Bei Prime Video verfügbar


Inhalt: In Granite City kämpften vor Jahrzehnten der berühmte Superheld Samaritan (Sylvester Stallone) und sein Zwillingsbruder Nemesis (ebenfalls Stallone) auf Leben und Tod. Heutzutage will ein an der Armutsgrenze lebender Teenager namens Sam (Javon Walton) den Gerüchten Glauben schenken, wonach Samaritan noch immer unter uns weilt.

© Prime Video

Es ist heutzutage nicht leicht, einen originellen Superheldenfilm zu drehen. Falls ihr es noch nicht bemerkt haben solltet, es gibt sie in Hülle und Fülle. Und angesichts der drohenden „Superheldenmüdigkeit“, die beim Publikum aufkommt, braucht es schon einiges, damit sich etwas frisch anfühlt.

Samaritan, basierend auf der 2014 erschienenen Graphic Novel von Mythos Comics, lehnt sich auf jeden Fall an dieses Erbe an. Ein stark übersättigter, halb-animierter Prolog legt die Geschichte in trotziger Comic-Manier dar. Es ist eine Geschichte über einen altmodischen Kampf zwischen Gut und Böse – die alte Leier. Es ist ein munterer, farbenfroher Anfang, der allerdings ein ungutes Gefühl der Vertrautheit hinterlässt.

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In diesem Vorspann wird ein 25 Jahre zurückliegender Kampf zwischen zwei Brüdern mit Superkräften geschildert, die zu Erzfeinden wurden und sich – so die Geschichte – gegenseitig umbrachten. Doch es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass einer von ihnen, der gutherzige „Samariter“ (Sylvester Stallone), noch am Leben ist.

Diese Gerüchte werden von dem Verschwörungstheoretiker Albert Casier (Martin Starr, jetzt in seinem fünften Superheldenfilm) angeheizt und vom blauäugigen Sam (Javon Walton aus Euphoria) aufgegriffen.

Sam (Javon Walton) und Samaritan (Sylvester Stallone)
Sam (Javon Walton) und Samaritan (Sylvester Stallone) © Amazon.com

Ein Film aus der Zeit vor Feige, vor Nolan und vor Snyder

Die Geschichte wird aus der Sicht von Sam erzählt, einem mutigen, frühreifen Jungen, der in einer Zeit und an einem Ort, an dem Verbrechen zunehmen und die Menschen am Existenzminimum leben, noch an Superhelden glaubt. Wenn sich das alles ziemlich abgedroschen anhört (zum Vergleich: Samaritan = Gutmensch, Nemesis = Bösewicht), dann ist es das auch.

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Obwohl das Marketing vor der Veröffentlichung eine „dunklere“ Version des Genres versprach, ist dies ein Superhelden-Film, der sich liebevoll an den Charme der 90er Jahre anlehnt, bevor die Superhelden auf der Leinwand erwachsen wurden und die Filmemacher anfingen, sich an ein erwachsenes Publikum zu wenden. Ein Film aus der Zeit vor Feige, vor Nolan und vor Snyder.

Dank einiger guter Leistungen wird der Film nicht zur totalen Enttäuschung: Stallone macht Spaß als schroffer, mürrischer und alternder Held, der als „Troglodyt“ lebt, welcher alten Schrott sammelt, um ihn mit seinen kräftigen Händen zu zerquetschen, bevor er widerwillig aus dem Ruhestand erwacht.

Samaritan (Sylvester Stallone) © Prime Video

Es ist nicht wirklich klar, was der Film anbieten möchte

Walton ist ebenfalls ein guter Schauspieler, der seiner Figur den gleichen Sinn für schwindelerregende Wunscherfüllung verleiht, der Shazam so charmant gemacht hat.

Er ist damit ein Held für Teenager, in dem sie sich selbst wiedererkennen.

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Insgesamt wirkt das Ganze aber etwas aus der Zeit gefallen. Es ist ein Versuch, auf der Superhelden-Welle zu reiten, ohne ganz zu verstehen, was diese Welle erfolgreich gemacht hat. Ein barmherziger Samariter? Nicht wirklich.

Fazit: Angesichts des überfüllten Marktes brauchen neue Superheldenfilme eine Menge, um herauszustechen. Trotz der soliden Arbeit von Sylvester Stallone ist nicht wirklich klar, was dieser Film auf den Tisch bringen möchte. Film Bewertung 4 / 10

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