"The Lost City - Das Geheimnis der verlorenen Stadt": Die Liebeskomödie ist tot, es lebe die Liebeskomödie

"The Lost City - Das Geheimnis der verlorenen Stadt": Die Liebeskomödie ist tot, es lebe die Liebeskomödie

Genre: Action / Komödie| Produktion: USA 2021 | Laufzeit: ca. 112 Minuten | Regie:  Aaron Nee, Adam Nee| Mit: Sandra Bullock, Channing Tatum, Daniel Radcliffe u.a


Inhalt: Als die Liebesromanautorin Loretta (Sandra Bullock) von einem exzentrischen Milliardär (Daniel Radcliffe) entführt wird, macht sich ihr Covermodel Alan (Channing Tatum) auf die Suche nach ihr. Er will beweisen, dass er weit mehr ist als nur ein hübscher Kerl. Dummerweise könnte dieses Gesicht alles sein, was sie haben, um zu überleben.

© Paramount Pictures Germany

Der Tod kann die wahre Liebe nicht aufhalten, er kann sie nur eine Weile aufschieben. Das lehrte uns schon „Die Braut des Prinzen“. Der viel beschworene Tod der Liebeskomödie auf der Kinoleinwand sieht eher wie eine Pause aus, da wir uns im Jahr 2022 mit einer publikumswirksamen, von Stars geführten Romanze an einem exotischen Ort befinden.

Auch wenn ein Großteil der Handlung der Regisseure Adam und Aaron Nee wie ein Verweis auf eine frühere Ära wirkt, insbesondere auf “ Auf der Jad nach dem grünen Diamanten“, so ist der Humor doch absolut zeitgemäß und macht Spaß.

Das Bekannteste zuerst: Sandra Bullock schlüpft in die Fußstapfen von Kathleen Turner als erfolgreiche Liebesromanautorin, deren Privatleben im Arsch ist. Aber im Gegensatz zu Joan Wilder trauert Bullocks Loretta um einen verlorenen Ehemann und scheint über den Erfolg ihrer eigenen Bücher genervt zu sein.

Sandra Bullock und Channing Tatum in Paramount Pictures‘ „THE LOST CITY- DAS GEHEIMNIS DER VERLORENEN STADT“

Archetypen, Jumpsuit und Brad Pitt

Anstelle des knallharten Dschungelführers (Michael Douglas) gibt es das freundliche Covermodel Alan (Channing Tatum), der sich in Loretta verknallt und gleichzeitig sauer ist, weil sie sich weigert, ihre eigenen Bücher ernst zu nehmen. Als sie jedoch von Abigail Fairfax (Daniel Radcliffe), dem Sohn eines Medienmilliardärs, entführt wird, greift Alan wirkungslos ein.

Schon bald sind unsere beiden Helden im Dschungel einer kleinen Insel unterwegs, streiten sich und freunden sich an, als sie versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Das alles ist natürlich nicht besonders neu. Bullock hat die misstrauische, verklemmte Streberin schon einmal gespielt, Tatum hat uns schon frühere Variationen von witzlos-aber-schön gezeigt. Und sogar die Sache mit den Blutegeln gab es schon einmal.

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Aber der Film findet Nuancen, um die Archetypen zu bereichern. Lorettas Kummer und ihre zerstörten Träume von einem ernsthaften Studium sind mehr als nur ein Lippenbekenntnis, und obwohl sie gegen Alans Aussehen nicht immun ist, kann man verstehen, warum er nicht auf ihrem Radar ist. Tatum spielt zwar die Rolle des Dummchens, schafft es aber, gerade genug Biss zu zeigen, um zu suggerieren, dass Alans Verstand nur unzureichend genutzt wird und nicht völlig abwesend ist.

Da die Stars den Film tragen, können die Nees im Detail Emotionen und Humor einbringen. Alans Telefonkontakte und Fairfax‘ Käseplatte sorgen für Lacher, während Kostümbildnerin Marlene Stewart Bullock in einen paillettenbesetzten Jumpsuit steckt, der sich gut von der ansonsten üblichen Dschungelästhetik abhebt.

Sandra Bullock und Channing Tatum in Paramount Pictures‘ „THE LOST CITY- DAS GEHEIMNIS DER VERLORENEN STADT“

Die Liebeskomödie lebt

Brad Pitts übermenschlicher Superheld Jack Trainer ist eine beeindruckende Verkörperung des Liebesroman-Archetyps. Er bedroht selbst den sonst so gelassenen Alan, während Da’Vine Joy Randolph als Lorettas Redakteurin aus sehr wenig sehr viel macht.

Radcliffe kommt sogar nahe dran, etwas Wahres über den Anspruch und die Selbstgerechtigkeit der Superreichen in der Rolle eines Milliardärs zu sagen. In Wirklichkeit aber muss man hier nach tieferen Bedeutungen suchen. The Lost City ist wie der Jumpsuit seines Stars: glitzernd, prachtvoll und völlig albern.

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Er lebt von Charisma und komödiantischem Talent, von Tanz und Wagemut, von atemberaubenden Schauplätzen (Dominikanischer Dschungel) und einer Handlung, die die Aufmerksamkeit aufrecht erhält und nicht einen Millimeter mehr anbietet.

Man wird fast jede Wendung vorhersehen, bevor sie eintritt, und sie trotzdem genießen, denn die Formel funktioniert. Die Liebeskomödie ist tot, es lebe die Liebeskomödie.

Fazit: Aus Sandra Bullock und Channing Tatum wird ein liebenswertes und temperamentvolles Paar in dieser sympathischen Komödie. Der Film wird nie an die Qualität von African Queen heranreichen, aber er bietet eine durchweg gute Unterhaltung. Film Bewertung 6 / 10

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