Film Kritik: "The Guardians Of The Galaxy Holiday Special"

Film Kritik: "The Guardians Of The Galaxy Holiday Special"

Genre: Disney+ Original | Produktion: USA 2022 | Laufzeit: ca. 42 Minuten | Regie: James Gunn

Mit: Kevin Bacon, Chris Pratt, Pom Klementieff, Dave Bautista, Vin Diesel, Bradley Cooper, Karen Gillan u.a


Inhalt: Nachdem sie von dem Weihnachtsfest der Erde erfahren haben, machen sich die beiden „Guardians of the Galaxy“-Helden Drax (Dave Bautista) und Mantis (Pom Klementieff) auf den Weg zur Erde. Sie wollen den Lieblingsfilmstar von Peter Quill (Chris Pratt), Kevin Bacon (Kevin Bacon), als Weihnachtsgeschenk rekrutieren / entführen, um ihren niedergeschlagenen Anführer aufzuheitern.

© Marvel Studios

Wenn das The Guardians Of The Galaxy Holiday Special der letzte Teil der Phase 4 des Marvel Cinematic Universe ist, könnte es keine treffendere Zusammenfassung dieser wilden, ungewöhnlichen, kauzigen, verrückten, viel geschmähten und manchmal kreativ aufregenden, unkonventionellen und seltsam selbstverliebten Superhelden Film- und TV Reihe sein. Den Schlusspunkt mit einem 42-minütigen „Gag“ zu setzen, einem substanzlosen Allerlei, welches es irgendwie schafft, all diese Dinge zu vereinen, passt irgendwie perfekt.

Als bekannt wurde, dass James Gunn nicht nur am dritten und letzten Guardians Of The Galaxy-Film (der im nächsten Sommer erscheinen soll) arbeitet, sondern auch an einem Weihnachtsspecial mit den Figuren, die er von einem zusammengewürfelten Haufen in den rasanten Mittelpunkt des MCU verwandelt hat, wurden die Gerüchteküche angeheizt und die Gemüter erregt.

Trailer zu „Ant-Man And The Wasp: Quantumania“

Was würde es werden? Guardians 2.5, aber mit ein paar weihnachtlichen Klängen als Soundtrack? Eine Varieté-Show mit den Guardians im Mittelpunkt? Könnte der Titel, eine freche Anspielung auf das berüchtigtste TV-Special von allen – das Star Wars Holiday Special von 1978 – ein Hinweis auf Gunns Absichten sein, etwas bewusst ein wenig, nun ja, beschissenes zu machen?

Mantis (Pom Klementieff) freut sich auf das Weihnachtsfest.
Mantis (Pom Klementieff) freut sich auf das Weihnachtsfest © Disney+

Substanzloses Allerlei

Letztendlich ist es ein bisschen von alledem. Es gibt Anspielungen auf das Holiday Special, einschließlich einiger animierter Szenen, während einige musikalische Nummern kurz den Eindruck erwecken, als wären wir versehentlich in ein TV – Silvesterspecial gestolpert. Oder eben in eine Groot-Tanzparty, wenn man so will.

Doch Guardians 2.5 ist vor allem das, wo Gunn – wieder als Autor und Regisseur – letztendlich endet. Der Film spielt nach den Ereignissen von Avengers: Endgame, bringt die Guardians zurück in den riesigen schwebenden Weltraumschädel Knowhere und treibt die Handlung zügig voran.

Es ist an der Zeit, richtig aufzudrehen: Der erste Trailer zu GUARDIANS OF THE GALAXY VOL. 3 ist da

Nachdem sie durch den von Sean Gunn gespielten Kraglin erfahren haben, was Weihnachten für Peter Quill (Chris Pratt) bedeutet, machen sich Mantis (Pom Klementieff) und Drax (Dave Bautista) auf den Weg, um das gebrochene Herz ihres Anführers zu heilen, indem sie ihm ein unvergessliches Weihnachten bereiten.

Und dazu müssen sie zur Erde reisen, um den mächtigsten Helden der Erde, Kevin Bacon, zu entführen.

Drax (Dave Bautista) ist Begeistert von der Weihnachtsidee.
Drax (Dave Bautista) ist Begeistert von der Weihnachtsidee © Disney+

Pom Klementieff überzeugt als Mantis

Aber weil sie nur zu 15 Prozent einen Plan haben und wie Idioten handeln, gehen die Dinge schnell in die Hose. Können Drax und Mantis den Tag retten, Kevin Bacon zurück nach Knowhere bringen und Peter Quill an den Zauber von Weihnachten erinnern?

Der Ausgang steht natürlich nicht zur Debatte. Es geht also wirklich nur darum, die Safari zu genießen. Und davon gibt es hier reichlich, denn Drax und Mantis – deren seltsame Chemie einer der unterhaltsamsten Aspekte von Guardians Of The Galaxy Vol. 2 war – treiben sich in L.A. herum und geraten mit dem Gesetz in Konflikt. Gunn kann diese Charaktere im Schlaf schreiben, und Bautista kennt Drax‘ Karikatur hafte, komödiantische Züge in- und auswendig, aber es ist Pom Klementieff, die erst seit kurzem zur Guardians-Gang gehört, die hier wirklich zur Geltung kommt.

Black Panther: Wakanda Forever hebt sich von der etwas formelhaften Ära der Marvel-Filme ab

Sie lehnt sich an Mantis‘ gut gemeinte Verrücktheit an, gibt aber auch einige herrlich schräge Sprüche von sich und verleiht einer Figur, die nur allzu leicht zum Comic Relief werden kann, ein wenig Tiefe. Man darf sich nicht täuschen, so charmant das alles auch ist, dies ist kein MCU-Einstiegswerk. Und das ist auch gut so – an diesem Punkt haben Gunn, Kevin Feige und Co. das Recht, sich hin und wieder mit einer absoluten Verrücktheit wie dieser auszutoben.

Aber es wird einige geben, und dazu gehören vielleicht sogar hartgesottene MCU-Fans, für die das ein zu wilder Spaß sein könnte, und für die das hier dem kostspieligsten Heimvideo ähnelt, das je gedreht wurde. Denn die Produktionswerte hier sind erstaunlich – ganze Filme wurden auf Sets gedreht, die weniger beeindruckend sind als die Knowhere-Kulisse.

Kevin Bacon (Kevin Bacon) ahnt noch nicht, dass er als galaktisches Weihnachtsgeschenk auserkoren wurde.
Kevin Bacon (Kevin Bacon) ahnt noch nicht, dass er als galaktisches Weihnachtsgeschenk auserkoren wurde © Disney+

Kevin Bacon wird ohne den nötigen Biss in Szene gesetzt

Insgesamt ist das Ganze unglaublich belanglos und ziemlich inkonsequent (mit Ausnahme der möglichen Enthüllung eines Charakters hat man das Gefühl, dass man diesen Film überspringen und direkt zu Vol. 3 übergehen könnte, ohne etwas zu verpassen), während die Szenen mit Kevin Bacon enttäuschend zahnlos wirken.

In der Werbung wurden seine Karriere und seine Persönlichkeit mit mehr komödiantischem Schwung aufgegriffen als hier. Aber der Film ist auch so ausgelassen genug, dass er eindeutig nicht ernst genommen werden will.

Guardians Of The Galaxy 2 | Film Kritik | 2021

Es ist, was es ist: ein Haufen A-Löcher, die lernen, über Weihnachten leidenschaftlich zu lachen und zu singen. Und wenn das nicht euer Ding ist, dann sind wir „Groot“. Ernsthaft.

Fazit: Abgesehen von der merkwürdigen Zeile über Mrs. Claus, fehlt dem Film vielleicht die bissige Schärfe von Gunns bisherigen Guardians-Filmen, und es wird einige geben, für die das Ganze einfach zu albern ist. Aber selbst die hartgesottensten Fan-Herzen können nicht umhin, sich ein wenig von Drax weichkochen zu lassen, als er einem als Roboter verkleideten Mann die Scheiße aus dem Leib prügelt. Frohe bekloppte Feiertage.

Film Bewertung 6 / 10

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.