Massive Talent ist ein großes, albernes, zusammengewürfeltes Bündel voller Spaß

Massive Talent ist ein großes, albernes, zusammengewürfeltes Bündel voller Spaß

Genre: Action / Komödie | Produktion: USA 2021 | Laufzeit: ca. 106 Minuten | Regie: Tom Gormican

Mit: Nicolas Cage, Pedro Pascal, Sharon Horgan, Tiffany Haddish, Lily Mo Sheen u.a


Inhalt: Nachdem es mit seiner Karriere langsam bergab geht, beschließt der Schauspieler Nick Cage (Nicolas Cage), sich zur Ruhe zu setzen – aber nicht, bevor er eine Million Dollar dafür kassiert hat, dass er auf der Geburtstagsparty des wohlhabenden Megafans Javi (Pedro Pascal) aufgetreten ist. Zum Pech des Filmstars ist Javi ein Drogenbaron, der der Entführung verdächtigt wird, und das CIA möchte, dass Cage ihnen hilft.

© Leonine Studios

„Ich bin Schauspieler“, erklärt Nicolas Cage in der Rolle seines Lebens, in der er Nick Cage spielt. „Nein! Du bist ein verdammter Filmstar, vergiss das nicht!“, ruft ein anderer Cage zurück, der digital auf seine jugendliche Blütezeit in Wild At Heart als brüllende Ego-Phantom-Version des Schauspielers (der spielerisch als „Nicky Kim Coppola“ bezeichnet wird) verfremdet wurde.

Wir haben Cage schon einmal gesehen, wie er sich selbst gegenübersteht ( in Adaption- Der Orchideen Dieb, für den er für den Oscar nominiert wurde), und wir haben ihn auch schon auf einem Meta-Spielfeld herumtollen sehen (ebenfalls Adaption- Der Orchideen Dieb). Aber Tom Gormicans Massive Talent – Titel des Jahres, keine Frage – katapultiert das Ganze auf eine ganz neue Ebene.

Der Film wird Cage-Liebhaber nicht enttäuschen. Er beginnt mit einem Clip aus Con Air, enthält augenzwinkernde Anspielungen auf Croods 2, Corelli’s Mandoline und Tess und ihr Bodyguard. Und zeigt eine Szene, die vollgepackt ist mit Requisiten im Cage-Stil, von der Motorsäge aus Mandy bis zu den goldenen Zwillings-Pistolen aus Face/Off.

Pedro Pascal und Nicolas Cage
Pedro Pascal und Nicolas Cage © Leonine studios

Wenn der Status als Filmstar schwindet

Cage selbst war noch nie so gut drauf. Es ist eine Sache, eine Kakerlake zu essen (wie er es für Vampire’s Kiss getan hat). Es ist eine ganz andere, seine eigene Karriere mit einer akzeptierenden Selbsterkenntnis jeder Kritik, die an ihm geübt wird, zu verarbeiten und in eine ausgewachsene Komödie zu verwandeln („Sie scheinen die ganze Zeit zu arbeiten“, bemerkt sein Therapeut).

Doch was verbirgt sich hinter der zentralen Selbstverleugnung des Films? Man könnte meinen, dass es sich hier um ein genüssliches Geplänkel handelt, das kaum mehr zu bieten hat als die Auseinandersetzung zwischen Cages brüchigem Wert als „Schauspieler“ und seinem schwindenden Status als „Filmstar“.

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Doch während die übergreifende Handlung bewusst zwischen den Cage’schen Extremen von erwachsenem, charakterorientiertem Drama und Action-Bombast hin- und herpendelt, ist das, was dabei herauskommt, eine überraschend liebenswerte und beeindruckende Buddy-Komödie.

© Leonine studios

Pascal und Cage harmonieren gut

Die eigentliche Doppelrolle sind hier nicht Nick und Nicky (Gormican hält sich klugerweise mit den auffälligen inneren Dialogen zurück), sondern Cage und Pascal. Sie spielen zwei Männer aus sehr unterschiedlichen Welten, die inmitten von schwierigen Umständen eine ungewöhnliche Verbindung eingehen.

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Während Cage sich in seine übersteigerte, ungefilterte Persönlichkeit stürzt („Ich sollte immer auf meine schamanischen Instinkte als Schauspieler vertrauen!“), hält Pascal geschickt die Balance zwischen einer ansprechenden, augenzwinkernden Arglosigkeit und einer unterschwelligen Bedrohung.

Die beiden harmonieren gut, und der Film ist stärker, wenn sie sich das Geschehen teilen, als wenn es sich in Clouseau-eskem Slapstick verliert (Cages erster Ausflug in die Spionagekunst, Anm. d. Red.) oder wenn Kugeln umherfliegen und Autos zerschellen.

(l-R) Nicolas Cage und Pedro Pascal sitzen auf einer Steintreppe
© Leonine studios

Schwache Nebenrollen und Paddington 2

Die Nebencharaktere sind mit Sharon Horgan, die als Nicks Ex-Frau die Augen verdreht, und Tiffany Haddish, die verzweifelt Cage über einen Ohrhörer Anweisungen gibt, etwas dünn gezeichnet.

Und obwohl das Thema „vernachlässigte Familie“ in der Geschichte eher rührselig ist – ja, es gibt eine Teenager-Tochter (Lily Mo Sheen), zu der man nur schwer eine Beziehung aufbauen kann -, ist es doch eher angenehm als ärgerlich, was nicht zuletzt an Gormicans offensichtlicher Zuneigung zu Paddington 2 liegt (nicht fragen, einfach anschauen).

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Der Film ist zwar stellenweise recht durchwachsen, aber angesichts von Cages Lebenslauf scheint das nur allzu passend. Und, wie gesagt, wenn man diesen Lebenslauf kennt, gibt es hier genug, um „Whoooah!“ zu rufen.

Fazit: Ein großes, albernes, zusammengewürfeltes Bündel voller Spaß, gespickt mit Cage-bezogenen Easter Eggs und Insider-Witzen, aber auch mit einer Menge Herz. Film Bewertung: 8 / 10

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