Ticket ins Paradies ist eine amüsante und willkommene Flucht aus der Realität

Ticket ins Paradies ist eine amüsante und willkommene Flucht aus der Realität

Genre: Romanze / Komödie | Produktion: USA 2022 | Laufzeit: ca. 104 Minuten | Regie: Ol Parker

Mit: Julia Roberts, George Clooney, Billy Lourd, Kaitlyn Dever, Maxime Bouttier u.a


Inhalt: Das seit langem geschiedene Ehepaar David (George Clooney) und Georgia (Julia Roberts) schafft es kaum, miteinander zu kommunizieren, ohne in einen Streit zu verfallen. Doch als sich ihre frisch promovierte Tochter Lily (Kaitlyn Dever) während eines Urlaubs auf Bali unerwartet mit dem Algenzüchter Gede (Maxime Bouttier) verlobt, beschließen sie, die Hochzeit gemeinsam zu sabotieren.

© Universal Pictures

In den letzten zehn Jahren hat sich der Filmemacher Ol Parker einen Namen gemacht, indem er hochkarätige Stars an ein idyllisches Urlaubsziel schickte und sie dort Fragen des Lebens und der Liebe erkunden ließ.

Der Schöpfer von The Best Exotic Marigold Hotel und dessen Fortsetzung sowie Autor und Regisseur von Mamma Mia! Here We Go Again, greift bei Ticket ins Paradies auf dieselben Grundprinzipien zurück. Es handelt sich um eine seltene, überdrehte Liebeskomödie, in der schöne Menschen an schönen Orten die Hauptrolle spielen, während sich gleichzeitig tiefgreifende Gedanken über familiäre Erwartungen und Unterschiede zwischen den Generationen einschleichen.

Diesmal sind die schönen Menschen George Clooney und Julia Roberts – die zum fünften Mal gemeinsam auf der Leinwand zu sehen sind, also ein Doppelpack an Megastars. Sie spielen das geschiedene Ehepaar David und Georgia, das sich nach seiner Trennung nur dann („gerade so“) verständigen kann, wenn es um die gemeinsame Tochter Lily (Kaitlyn Dever) geht.

(L-R) George Clooney und Julia Roberts in Ticket ins Paradies
(L-R) George Clooney und Julia Roberts in Ticket ins Paradies. © Universal Pictures

Die Liebeskomödien-Elemente sind nicht zu übersehen

Der schöne Ort ist Bali, wohin Lily mit ihrer besten Freundin Wren (Billie Lourd, in einer willkommenen Booksmart-Wiedervereinigung mit Dever) gereist ist, nachdem sie ihr Jurastudium absolviert hatten – noch bevor sie sich zur Sorge ihrer Eltern mit dem schneidigen Balinesen Gede (Maxime Bouttier) verlobte.

In Erinnerung daran, wie ihre persönliche, als perfekt empfundene Beziehung unter den Belastungen des realen Lebens zusammenbrach, unternehmen sie alles, um die Hochzeit von Lily zu vereiteln. Doch wie groß sind die Chancen, dass dabei der Funke wieder überspringt?

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Auch wenn man zu keiner Sekunde daran zweifelt, wohin Ticket ins Paradies führt, ist die Reise dorthin sehr solide gestaltet. Die traditionellen Liebeskomödien-Elemente sind natürlich nicht zu übersehen, und das Drehbuch ist gespickt mit humorvollen Mätzchen und albernen Versatzstücken, wie sie das Genre verlangt.

Dazu gehören eine Mission, die Ringe des verliebten Paares zu stehlen, ein Bier Pong-Match zwischen Eltern und Kindern, bei dem das Bier durch eine lokale Spirituose ersetzt wird, sowie gefährliche Begegnungen mit gewalttätigen Delfinen und einer giftigen Schlange.

(L-R) Wren (Billie Lourd, mit dem Rücken zur Kamera), Gede (Maxime Bouttier) und Lily (Kaitlyn Dever) in Ticket to Paradise,
(L-R) Wren (Billie Lourd, mit dem Rücken zur Kamera), Gede (Maxime Bouttier) und Lily (Kaitlyn Dever) in Ticket ins Paradies, von Ol Parker. © Universal Pictures

Von Charaktertiefe über Kitsch zu unfreiwilliger Komik

Aber wie bei seinen früheren Arbeiten bringt Parker – der neben der Regie auch das Drehbuch zusammen mit Daniel Pipski verfasste – auch ein solides Maß an Charakterdrama ein, indem er sich Zeit nimmt, um zu erkunden, warum die Liebe von David und Georgia so spektakulär scheiterte. Er verleiht der vielleicht doch nicht so verrückten romantischen Beziehung von Lily und Gede mehr Substanz und baut glaubhafte Zweifel ein, dass sich die Geschichte zu wiederholen droht.

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Aufgrund dieser inhaltlichen Ausrichtung ist Ticket ins Paradies nicht ganz so verrückt, wie es in den Trailern dargestellt wird. Und obwohl die Charakterisierung eine willkommene Tiefe aufweist, steht sie im Widerspruch zu einer gewissen Künstlichkeit der Inszenierung. Es ist ein Film, in dem Roberts nach einer Nacht im balinesischen Dschungel mit salonfrischem Haar auftaucht.

Und trotz der Goldstrände Australiens, wo der Film ursprünglich gedreht wurde, wirkt eine Reihe von Aufnahmen seltsam ausgeleuchtet und wie zusammengesetzt, so dass die Schauspieler visuell nicht mit ihrer prächtigen Umgebung harmonieren. Außerdem driftet der eigenwillige Hang zum Kitsch – insbesondere das Standbild am Ende – gelegentlich in unfreiwillige Komik ab.

Am Set von „Ticket ins Paradies“ © Universal Pictures

Eine lohnenswerte Eintrittskarte für eine fast vergessenes Genre

Die eigentliche Stärke von Ticket ins Paradies bildet jedoch die überschäumende Chemie zwischen Clooney und Roberts inmitten sonnenverwöhnter Gefilde. Das Duo entfaltet sein ganzes Charisma, sowohl bei ihren schnippischen Wortgefechten als auch, wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen.

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Ihr allmähliches Aufeinander zugehen ist geradezu rührend, und obwohl man weiß, was kommen wird, führt der Film wirkungsvoll zum Ziel. Wenn er schon keine Eintrittskarte ins absolute Kinoparadies ist, so ist er doch zumindest eine Eintrittskarte zurück zu einem Genre, das heutzutage auf der großen Leinwand nur noch selten zu sehen ist.

Fazit: Dank des Charmes von Clooney und Roberts sind selbst die holprigeren Elemente von Ticket ins Paradies sehenswert. Eine herzliche, amüsante und willkommene Flucht aus der Realität.

Film Bewertung: 6 / 10

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